Die Jury tagt

Eine Gestalt, die ein Engel sein könnte, schaut auf die Menschheit und fragt sich, was diese ausmacht inmitten der Natur, zwischen heißen und kalten Kriegen, zwischen Vergangenheit, Zukunft und dem Jetzt. Es belebt sich eine spezielle Szene: eine Jurysitzung, bei der vier Menschen aufeinandertreffen, um aus mehreren Denkmalentwürfen einen auszuwählen. Denn im Stadtzentrum soll ein Denkmal zu Ehren der Friedlichen Revolution errichtet werden. Aber der Austausch der Jurymitglieder über die Revolution ist nicht so friedlich wie der Umbruch selbst. Die anfangs simpel erscheinende Angelegenheit fördert neue und alte Feindseligkeiten zu Tage. Jeder und jede versucht, seine oder ihre Interessen durchzubringen, alle haben persönliche Ansprüche, eigene Bilder der Vergangenheit und vor allem: eigene Versionen der Gegenwart. Während sich draußen etwas Bedrohliches zusammenbraut, bleibt drinnen niemand das, was er oder sie zu Beginn für die anderen war.

Julia Schoch, 1974 in Bad Saarow geboren, lebt seit 1986 in Potsdam und ist als freie Schriftstellerin und Übersetzerin tätig. Sie fragt in ihrem Auftragswerk für das Hans Otto Theater: Gibt es eine „kollektive Erinnerung“ – und wenn ja, lässt sie sich verwalten? Wem gehört die Erinnerung und wem die Stadt, in der solch ein Denkmal stehen soll? Und tobt in einer von gegenläufigen Interessen beherrschten Gesellschaft nicht immer Krieg?
Regie Catharina Fillers Bühne & Kostüm Maria Wolgast Musik Marcel Schmidt Dramaturgie Bettina Jantzen
1 STUNDE 50 MINUTEN, KEINE PAUSE / URAUFFÜHRUNG 2-OKT-2020 / 3-OKT-2020

MIT

Robert Gericke-Wysenthal
Marion Grothmann
Jenny Adler
Moritz Böck
Die Jury tagt
Die Jury tagt
Mascha Schneider, Foto: Thomas M. Jauk
Die Jury tagt
Joachim Berger, Bettina Riebesel, Foto: Thomas M. Jauk
Die Jury tagt
Joachim Berger (links), Henning Strübbe, Foto: Thomas M. Jauk
Die Jury tagt
Henning Strübbe (links), Joachim Berger, Foto: Thomas M. Jauk
Die Jury tagt
Franziska Melzer, Foto: Thomas M. Jauk
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Franziska Melzer, Henning Strübbe, Joachim Berger (rechts), Foto: Thomas M. Jauk
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Franziska Melzer, Henning Strübbe, Foto: Thomas M. Jauk
Die Jury tagt
Mascha Schneider, Joachim Berger, Bettina Riebesel, Foto: Thomas M. Jauk
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Henning Strübbe, Bettina Riebesel, Foto: Thomas M. Jauk
Die Jury tagt
Henning Strübbe (links), Joachim Berger, Foto: Thomas M. Jauk
Die Jury tagt
Bettina Riebesel, Joachim Berger, Henning Strübbe, Franziska Melzer, Foto: Thomas M. Jauk
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Franziska Melzer, Foto: Thomas M. Jauk
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Joachim Berger, Bettina Riebesel, Foto: Thomas M. Jauk
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Franziska Melzer, Bettina Riebesel (rechts), Foto: Thomas M. Jauk
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Henning Strübbe, Franziska Melzer, Bettina Riebesel, Joachim Berger (von links), Foto: Thomas M. Jauk
Die Jury tagt
Mascha Schneider, Joachim Berger, Foto: Thomas M. Jauk

Pressestimmen

„Erlebte Geschichte ist verdammt dazu, mit der Zeit zum Anekdotischen zu schrumpfen: Das ist eine der nachdenkenswerten Thesen des Stückes.“
Potsdamer Neuste Nachrichten, Lena Schneider
„Catharina Fillers greift mit beiden Händen zum Mittel der Verfremdung und verlegt die Jurysitzung in eine bizarre Umwelt: halb Terrarrium, halb Urwald, zudem tobt vor der Tür eine gewaltsame Demonstration von zunehmend bedrohlichen Ausmaßen. Je mehr die Zusammenkunft unter diesen Umständen aus dem Ruder läuft, desto stärker tritt die animalische Seite der Jurymitglieder zutage.“
nachtkritik.de, Frauke Adrians
„Funkelnd fliegen die Fetzen.“
Deutschlandfunk, Michael Laages