100 SONGS

„100 Songs“ ist trotz des verführerischen Titels kein Liederabend, sondern ein bewegendes Requiem, eine Art Sprachkonzert, das aus der Sicht der Figuren einen unbeschreiblichen Moment in Worte zu fassen versucht.

An einem Morgen im September sitzt eine Gruppe unterschiedlichster Menschen um acht Uhr fünfundfünfzig in einem abfahrenden Zug. Sie kennen sich nicht und haben anscheinend nichts gemeinsam. Oder doch? Denn einige Sekunden später wird der Zug vor den Augen der Kellnerin Sally, die im Bahnhofscafé arbeitet, explodieren. Wie kann das Unfassbare beschrieben werden? Und geht das überhaupt? Oder kann man nur die Minuten davor beschreiben? Immer und immer wieder, um die Katastrophe doch erzählbar zu machen? Roland Schimmelpfennig umkreist in seinem Stück genau diese Zeitspanne kurz vor dem Zugunglück, spult die Geschichte in neuen Anordnungen zurück und taucht ein in die Biografien und Erinnerungen der Menschen kurz vor ihrem Tod. Als nicht alles einfach, aber zumindest noch möglich war. Als sie noch ein Ziel vor Augen hatten, Träume und Wünsche. Oder als sie vielleicht auch einfach nur gerade an ein Lied dachten, das sie am Abend zuvor gehört hatten. So wie Sally, deren Lieblingssong genau im Moment der Explosion im Radio läuft und der vor Schreck eine Tasse aus der Hand fällt, als die Welt draußen vor der Fensterscheibe des Bahnhofscafés zerreißt.

Die Inszenierung zeigt, wie kostbar jeder einzelne Augenblick des menschlichen Lebens ist, da es jederzeit der letzte sein könnte: „Es war, als ob hundert Songs gleichzeitig liefen. / Hundert Songs. Oder mehr. / Tausende von Songs. / Millionen. / Milliarden. / All die Songs aus dem Radio, alle gleichzeitig. / Und plötzlich: alles aus. / Alles still.“
REGIE & BÜHNE Malte Kreutzfeldt KOSTÜME Katharina Beth ARRANGEMENT & MUSIKALISCHE EINSTUDIERUNG "CREEP" Rita Herzog DRAMATURGIE Alexandra Engelmann
1 STUNDE 5 MIN / PREMIERE 19-JAN-2024 / ZUM LETZTEN MAL 23-MAI
AUDIOEINFÜHRUNG VON DRAMATURGIN ALEXANDRA ENGELMANN
100 SONGS
100 SONGS
Franziska Melzer, Paul Sies, Jan Hallmann, Katja Zinsmeister, Philipp Buder, Guido Lambrecht (Spiegel), Charlott Lehmann, René Schwittay, Bettina Riebesel (v.l.n.r.), Foto: Thomas M. Jauk
100 SONGS
Katja Zinsmeister, Foto: Thomas M. Jauk
100 SONGS
René Schwittay, Franziska Melzer, Charlott Lehmann, Paul Sies, Guido Lambrecht, Jan Hallmann, Bettina Riebesel, Philipp Buder, Katja Zinsmeister (v.l.n.r.), Foto: Thomas M. Jauk
100 SONGS
Katja Zinsmeister, Paul Sies (im Hintergrund), Charlott Lehmann, Jan Hallmann, Bettina Riebesel (vorne v.l.n.r.)
100 SONGS
Katja Zinsmeister, Charlott Lehmann, Paul Sies, Bettina Riebesel, Guido Lambrecht, Franziska Melzer, Philipp Buder, René Schwittay, Jan Hallmann (v.l.n.r.), Foto: Thomas M. Jauk
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Philipp Buder, Guido Lambrecht, Charlott Lehmann, Paul Sies, Bettina Riebesel, Foto: Thomas M. Jauk
100 SONGS
Guido Lambrecht, René Schwittay, Paul Sies, Katja Zinsmeister, Franziska Melzer, Jan Hallmann (v.l.n.r.), Foto: Thomas M. Jauk
100 SONGS
Philipp Buder, Jan Hallmann, Guido Lambrecht, René Schwittay, Bettina Riebesel, Katja Zinsmeister, Franziska Melzer (v.l.n.r.), Foto: Thomas M. Jauk
100 SONGS
Franziska Melzer, Jan Hallmann, Paul Sies, Philipp Buder, Guido Lambrecht, Charlott Lehmann, Katja Zinsmeister, René Schwittay, Bettina Riebesel (v.l.n.r.), Foto: Thomas M. Jauk
100 SONGS
Paul Sies, Foto: Thomas M. Jauk
100 SONGS
Ensemble, Foto: Thomas M. Jauk
100 SONGS
Franziska Melzer, Jan Hallmann, Philipp Buder (v.l.n.r.), Foto: Thomas M. Jauk
100 SONGS
Katja Zinsmeister, René Schwittay, Foto: Thomas M. Jauk
100 SONGS
Katja Zinsmeister, Paul Sies, Charlott Lehmann, René Schwittay, Franziska Melzer, Philipp Buder, Foto: Thomas M. Jauk
100 SONGS
Bettina Riebesel, Foto: Thomas M. Jauk
100 SONGS
Foto: Thomas M. Jauk
100 SONGS
René Schwittay, Philipp Buder, Jan Hallmann
100 SONGS
Charlott Lehmann, Foto: Thomas M. Jauk
100 SONGS
Katja Zinsmeister, Guido Lambrecht, Foto: Thomas M. Jauk
100 SONGS
Ensemble, Foto: Thomas M. Jauk

PRESSESTIMMEN

Leben und Tod auf der Bühne in einem überaus modernem Stück in einer stimmigen Regie von Malte Kreutzfeldt. Das ist wirklich sehr ansehenswert!
Antenne Brandenburg, Frank Schroeder
Text und Inszenierung können eine starke Magie entfalten.
Märkische Allgemeine Zeitung, Karim Saab
„100 Songs“ schenkt seinen Protagonisten eine Stunde lang das ewige Leben. Das ist ein berührender Gedanke.
Potsdamer Neueste Nachrichten, Lena Schneider