In den Gärten oder Lysistrata Teil 2

Irgendwann in einer durch und durch politisch korrekten Zukunft: Die Welt befindet sich in tiefem Frieden, denn Sex und Liebe gibt es nicht mehr. Die Frauen haben die Macht übernommen. Die männliche Spezies steht kurz vor dem Aussterben und tapst testosteronbefreit und heiter Schmetterlingen hinterher. Bernd und Lysistrata unternehmen einen Streifzug durch einen museumsartigen Garten der Lüste, um noch einmal zu erleben, was die Menschheit früher wegen ihrer hormongesteuerten Erregungszustände so alles zu erleiden hatte: Männer erschienen als genital getriebene Eroberer und Alpha-Tiere. Frauen versuchten sich mittels kosmetischer Produkte in den Zustand optimaler Begattbarkeit zu bringen. Mit großer Sehnsucht trat man an potenzielle Paarungspartner*innen heran – umso stärker war dann aber immer die Enttäuschung. Denn die Umsetzung dessen, was im Netz, in Filmen und Büchern so romantisch gewirkt hatte, mutete eher kläglich an und endete gewöhnlich in Katastrophen, Krisen oder sexueller Ödnis.

Pointensatt und mit sarkastischer Schärfe erzählt Sibylle Berg von der Liebe als Kampfzone, als Leistungsshow mit akrobatischen Vortäuschungsnummern zur Lustmaximierung und Bestätigung eines eigentlich tief verunsicherten Egos. Es geht um Geschlechterrollen, Geschlechterliebe und Geschlechtsverkehr.
Regie Anna-Elisabeth Frick Bühne & Kostüm Mariam Haas, Martha Pinsker Choreografie Berit Jentzsch
PREMIERE JAN-2021