Die Bürgerbühne

KONZEPT & IDEE Oliver Toktasch
SCHNITT Nanda Gamarra
Das deutsche Wort des Jahres 2020 war „Coronapandemie“, das der Jugend „lost“. „Mütend“ die Wortschöpfung einer Ärztin. Sie zeigen, was uns umtreibt: ein Virus, das einschneidende Veränderungen zur Folge hat. Eine Politik, der es zunehmend an nachvollziehbaren Konzepten, Stringenz und Glaubwürdigkeit fehlt. Ein Lebensgefühl des Verlorenseins und der Perspektivlosigkeit. Was bedeutetet das für jede*n von uns, was für unsere Stadtgesellschaft – auch im Kontext einer globalen Welt? Fragen, mit denen wir uns beschäftigen werden. Gleichzeitig wollen wir wie Phönix aus der Asche steigen. Wir wollen den Atem der anderen spüren, die Wörter aus dem Mund unseres Gegenübers strömen sehen. Wir wollen den Abstand aufgeben, um uns wieder sicher zu fühlen.

Das Programm der Bürgerbühne für die Spielzeit 2021/22 wird am 1. September 2021 hier, auf unserer Website, veröffentlicht, so die coronabedingten Einschränkungen für den Amateurbereich aufgehoben sind. Es richtet sich an Menschen ab 16 Jahren.

Leitung: Manuela Gerlach
Mitarbeit: Oliver Toktasch

KONTAKT buergerbuehne@hansottotheater.de

ODYSSEE ÜBER DAS OFFENE MEHR

Präsentation am 14. Oktober 2021
KONZEPT & IDEE Oliver Toktasch
SCHNITT Nanda Gamarra
DAS OFFENE MEHR, die erste Produktion der 2019 neu gegründeten Bürgerbühne hatte zum Ziel, Fragen nach dem Mehrwert einer offenen Gesellschaft mit theatralen Mitteln zu erforschen. Gleichzeitig ging es aber auch darum, zu hinterfragen, welche Werte und Regeln unser Denken und Handeln mit Blick auf eine friedliche Koexistenz aller bestimmen sollten bzw. erstrebenswert wären.

Zu Beginn des generationsübergreifenden Theaterprojektes an dem 21 Bürger*innen im Alter von 18-77 Jahren teilgenommen haben, stand die Vermittlung von Grundlagen des Schauspiels auf dem Probenplan. Für die thematische Auseinandersetzung bildeten die Geschichten und Erfahrungen sowie die Kenntnisse der Teilnehmenden den Ausgangspunkt. Es galt zunächst, die unterschiedlichen Perspektiven auf Zusammenleben und Gesellschaft zu beleuchten und das von den einzelnen mitgebrachte Material durch Improvisationen, Lecture Performance etc. der Gesamtgruppe zu präsentieren. So entstand ein gemeinsamer Fundus dessen, was das Bürgerbühnen-Ensemble im Kontext unserer Fragestellungen für wichtig erachtete. Es waren sechs Themeninseln vorgesehen, die an sechs Spielorten mit sechs Ensemble-Schauspieler*innen und den Bürger*innen mit ganz unterschiedlichen theatralen Mitteln umgesetzt werden sollten.

Die Konzeptionsprobe Anfang April 2020 mit allen an der Produktion Beteiligten fiel aufgrund der ersten Corona-Welle aus. Dies wäre der Start für die gemeinsame Inszenierungsarbeit gewesen. Die Enttäuschung der Bürger*innen war groß und die Motivation, ohne die Schauspieler*innen und zudem noch auf digitalem Weg weiterzumachen, zunächst gering. Dennoch entstand ein BürgerBühnenBlog mit Texten, Gedichten, Tanz und performativen Beiträgen im ursprünglichen Monat der Premiere (Mai 2020) auf unserer Website.

Mit der Spielzeit 2020/2021 verbanden sich neue Hoffnungen. Das Inszenierungskonzept veränderte sich, je nach Stand der Pandemie und den daraus resultierenden Bedingungen am Hans Otto Theater sowie aufgrund der Gruppenstärke, mehrfach. Zuletzt entstand ein Stationentheater, das vom Großen Haus bis zur Reithalle auf die Bühne führen sollte. Unter dem Brennglas der Pandemie ergaben sich neben den Herausforderungen bezüglich der Umsetzung auch viele neue inhaltliche Aspekte, die sich im Textbuch manifestierten (Spieldauer 120 Min.). Als sich herausstellte, dass wir definitiv nicht spielen dürfen, erarbeiteten wir für eine professionelle Filmaufnahme eine Version. Doch auch hierfür bekamen wir keine Genehmigung.

Die Reise über das offene Mehr wurde zur Odyssee, ankern aufgrund der Corona-Großwetterlage am Tiefen See nicht möglich. Gut 1 ½ Jahre, fünf Inszenierungskonzepte und Texte, die immer wieder auf die sich veränderten Situationen und Themen hin überarbeitet und geprobt wurden, in den letzten Monaten ausschließlich digital.

Am 14. Oktober 2021 präsentieren wir nun endlich vor Publikum und berichten Ihnen von unserer stürmischen Reise. Auf der Bühne der Reithalle lassen wir unsere Odyssee über das offene Mehr Revue passieren: mit Ausschnitten aus Szenen der Produktion, gelesenen Texten in performativer Form, Einblicken in unsere Probenarbeit ...
Wer Interesse an MEHR hat, ist herzlich eingeladen.

MIT
Martin Ahrends, Elena Iris Fichtner, Selma Gather, Karl-Heinz Konrad, Eva Levintova, Paula Lüdke, Rosa Morgenroth, Monika Müller-Wieczorek, Antje Peterburs, Ulrich Pöll, Birgit Rachut, Stefan Reschke, Eva Reuss-Richter, Rosemary Rosendahl, Jakob Russell, Barbara Schaffernicht, Lydia Schanze, Patrick Sell, Nicola Spehar, Katharina Wille, Friederike Wolff

REGIE Manuela Gerlach
CO-REGIE Oliver Toktasch
BÜHNE & KOSTÜME Matthias Müller
DRAMATURGIE Bettina Jantzen

Wir danken dem Förderkreis des Theaters der Landeshauptstadt Potsdam – Hans Otto Theater e.V. sowie der Investitionsbank des Landes Brandenburg für die Unterstützung.