RAOUL SCHROTT: DIE SPRACHE DER STERNE

Lesung und Gespräch. Moderiert von Denis Scheck.
Alles begann in Ostafrika vor rund 60.000 Jahren: die Menschen, die von dort aus die Welt besiedelten, nahmen nicht nur ihre Pfeilbogen mit, sondern auch ihre Sternbilder. Die erste Schrift, die der Mensch las, war die Schrift am Himmel: die Sterne. Einerseits scheinbar ewig und unverrückbar, gleichzeitig wandelbar und nicht auszurechnen. Unsere Phantasie ordnete die Sterne zu Bildern. Und diese Sternbilder unterscheiden sich je nach Zeiten, Kulturen und Kontinenten. Raoul Schrott zeigt und erklärt in seinem monumentalen „Atlas der Sternenhimmel und Schöpfungsmythen der Menschheit“, warum die Bilder der Sterne so erstaunliche Ähnlichkeiten zwischen so unterschiedlichen Kulturen weltweit aufweisen.

Raoul Schrott, geboren in Landeck (Tirol), wuchs u. a. in Tunis auf und arbeitet heute als freier Autor. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Peter-Huchel- und den Joseph-Breitbach-Preis. 2023 hatte er die Ernst-Jandl-Dozentur der Universität Wien inne. Von ihm erschien u.a. »Erste Erde« (Epos, 2016), »Politiken & Ideen« (Essays, 2018), »Eine Geschichte des Windes oder Von dem deutschen Kanonier der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal« (Roman, 2019) und zuletzt das einzigartige Buchprojekt über die Sternenhimmel der Menschheit. Ausgangspunkt für das Buch war seine Entdeckung, dass die ägyptischen Sternbilder ganz anders geordnet sind als die uns vertrauten. Daraus entwickelte sich eine langjährige Recherche zu den Sternbildern, Sternsagen und Schöpfungsmythen verschiedener Kulturen, für die Schrott weltweit verstreute historische und ethnologische Quellen zusammenführte.

Denis Scheck, Kurator der LIT:potsdam, wurde 1964 in Stuttgart geboren und lebt heute in Köln. Er studierte unter anderem Germanistik und zählt zu den bekanntesten Literaturkritikern Deutschlands. Als literarischer Übersetzer und Herausgeber engagierte er sich für Autoren wie Michael Chabon, William Gaddis und David Foster Wallace und gab Texte von Antje Ravik Strubel und Judith Schalansky heraus. Lange arbeitete er als Literaturkritiker im Radio, heute moderiert er die Fernsehsendung Druckfrisch in der ARD. „Schecks Kanon“, eine persönliche Auswahl von 100 Werken der Weltliteratur, ist ein Spiegel-Bestseller. Zuletzt erschien von ihm 2025 „Kafkas Kochbuch“.

https://www.hansottotheater.de/ Hans Otto Theater Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam

19:00 Großes Haus
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