DIE NIBELUNGEN
nach Friedrich Hebbel
Es ist eine Geschichte wie im Blockbuster: Der strahlende Held Siegfried hat für König Gunther die mächtige Königin Brunhild unterworfen, um dessen Herrschaft zu sichern. Als die Sache droht ans Licht zu kommen, wird er heimtückisch ermordet. Seine Frau, Gunthers Schwester, löscht daraufhin in einem Vergeltungsschlag die gesamte Familie aus. Auf Blut fließt Blut und was einmal Recht ist, muss solches bleiben, selbst wenn es die ganze Welt kostet. Im eigentlichen Zentrum aber stehen zwei Frauen, deren Schicksal untrennbar miteinander verwoben ist: Kriemhild, die Siegfried liebt, und Brunhild, die von diesem im Kampf und im Bett bezwungen wird. Beider Geschichte zeugt von Gewalt und Unterwerfung – und von einem tiefen Schweigen darüber, das in den Zeiten und Generationen widerhallt.
Mit seiner Dramatisierung des Nibelungenlieds gelang Hebbel eine psychologische Annäherung an die mythischen Figuren, die den Boden bereitete für deren spätere nationalistische Aufladung. Regisseurin Alice Buddeberg nutzt den Text als Material für eine theatrale Suchbewegung, die nach dem Unerzählten forscht: Warum beschwören wir immer wieder diesen Mythos? Was erzählt er uns über Schuld und Schweigen? Sie nimmt die Perspektive der Frauenfiguren in den Blick – und mit ihnen das Kontinuum der männlichen Gewalt, das von der faschistischen Rezeption als „deutsches Nationalepos“ bis ins Heute reicht.
Mit seiner Dramatisierung des Nibelungenlieds gelang Hebbel eine psychologische Annäherung an die mythischen Figuren, die den Boden bereitete für deren spätere nationalistische Aufladung. Regisseurin Alice Buddeberg nutzt den Text als Material für eine theatrale Suchbewegung, die nach dem Unerzählten forscht: Warum beschwören wir immer wieder diesen Mythos? Was erzählt er uns über Schuld und Schweigen? Sie nimmt die Perspektive der Frauenfiguren in den Blick – und mit ihnen das Kontinuum der männlichen Gewalt, das von der faschistischen Rezeption als „deutsches Nationalepos“ bis ins Heute reicht.
REGIE Alice Buddeberg
BÜHNE CORA SALLER
KOSTÜME Philipp Basener
MUSIK Mirjam Beierle
DRAMATURGIE Sina Katharina Flubacher
PREMIERE 11-SEP-2026 / GROSSES HAUS