DIGITALES PROGRAMMHEFT
DAS REGIETEAM IM GESPRÄCH
Lustvoll in die eigene Erkenntnis stürzen
Ein Gespräch mit dem Regieteam von „Was ihr wollt“ über die Kraft der Liebe und das Verpassen des richtigen Moments
Was ist so erzählenswert an der Liebe?
Nehle Balkhausen: Dass sie so kompliziert bleibt. Und sich das nicht löst, egal wie viel man weiß.
Fabian Kuss: Liebe ist nicht statisch, sondern immer etwas, wofür man arbeiten und auch kämpfen muss. Man kann sie nicht behalten.
Moritz Peters: Ja genau, sie ist ein Vorgang und kein Zustand. Liebe beginnt ja eigentlich erst, wenn man miteinander in Kontakt gekommen ist. Für mich reißt das Stück daher ganz grundsätzliche Fragen auf: Was ist Liebe? Was ist Begehren? Wo beginnen Macht- und Besitzanspruch?
„So voller Wahn ist die Raserei, die Liebe heißt – daß die am Ende auch sich selber in den Wahn der Sinne reißt“ (Orsino)
Wie lieben Shakespeares Figuren denn?
Peters: Ich weiß gar nicht, ob die Figuren wirklich so verliebt sind oder eher so etwas wie liebessüchtig, auch aus einem Gefühl des Mangels heraus. Jede*r will unbedingt jemanden lieben und dann findet sich irgendwie auch jemand.
Kuss: Ich denke, es handelt sich sehr oft um Projektionen. Die wollen das alle so sehr, aber den Zugang zu einer wahrhaften Liebe hat erstmal keiner.
Balkhausen: Orsino, zum Beispiel, bleibt ja auf eine für uns heute ziemlich unangenehme Weise „dran“. Aber ob das wirklich aus Liebe ist oder aus dem Wunsch heraus, geliebt zu werden, ist gar nicht so klar. Das Gefühl, sich selbst im Werben zu spüren, scheint fast größer zu sein als das Gefühl für diejenige, um die er wirbt.
Arianna Fantin: Es ist eher eine Vorphase der Liebe, in der sie sich in dieser unglaublichen Kraft und Sehnsucht zeigt. Wenn sich alle gefunden haben, ist es gar nicht mehr so stürmisch.
Moritz Peters: Es geht sehr viel um den Moment des Verliebtseins. Und das ist dann die entscheidende Sache: Ist Liebe erst dann Liebe, wenn sie erwidert wird? Und ist es nicht vielleicht schöner, das Verliebtsein zu konservieren, ohne jemals die Gefahr einzugehen, alles aufs Spiel zu setzen? Viola verliebt sich, sogar zweimal, ohne sich vorher verlieben zu wollen. Sie ist fremd in Illyrien, trauert eigentlich um ihren Bruder und kann dann ihre Liebe nicht umsetzen, weil sie aus dem Rollenspiel nicht mehr rauskommt – aber auch, das finde ich ganz wichtig, weil sie Angst hat, nicht geliebt zu werden.
„Was bin ich denn? Statt zu entwirren, wühlt die Zeit den Schmerz nur immer tiefer in mich rein. Und bringt statt Ordnung nur alles gründlicher durcheinander.“ (Viola)
Violas Liebe nimmt also zahlreiche Hürden, allen voran die des Geschlechts und sozialen Stands, um sich frei zeigen zu können.
Peters: Definitiv, Viola kommt als Bedienstete*r und ist nicht in der Position, Orsino ihre Liebe zu gestehen. Insofern ist ihre Liebe eigentlich eine unmögliche. Und trotzdem entstehen eine Nähe und Liebe zwischen ihr und Orsino und zwar gerade, weil sie sich als Mann ihm gegenüber anders verhalten kann, als sie das als Frau könnte. Wenn sich am Ende erzählt, dass man in diesem Liebeswahn, in dem man unbedingt lieben muss, völlig unvermittelt etwas findet, was man vorher nicht für möglich gehalten hätte, wäre das für mich ein schönes Resultat.
Fabian, du hast die Musik für den Abend komponiert. Wie hast du den Sound gefunden?
Kuss: Ich versuche in Energien zu denken, das ist oft sehr assoziativ. Und in all den Verliebtheitsmomenten im Stück gibt es gleichzeitig auch sehr viel Tragik, Enttäuschung und Melancholie. In diesem Spannungsfeld habe ich die Musik angelegt, sodass auch der Zweifel, die Unsicherheit, die Gefahr der Ablehnung und Enttäuschung erzählt werden.
Du hast auch zwei Shakespeare Sonette vertont. Wie kam es dazu?
Kuss: Die beiden Sonette sind direkt in das Stück eingeschrieben. Das eine ist „shroud of white“, das andere „hey, ho and sea“. Gerade „shroud of white“ drückt für mich diese Ambivalenz der Liebe gut aus. Und „hey, ho and sea“ ist am Ende eine offene Formulierung der Frage „Wie geht’s jetzt weiter?“ mit einem auch melancholischen Ausblick in die Zukunft.
„Zeig deine Macht, Verhängnis, ach, wir sind wir selber nicht und dürfen doch nichts anderes sein, bis uns alles zerbricht.“ (Olivia)
Das Stück spielt auf der Sommerbühne, direkt am See. Nehle, was bedeutet das für die Konzeption des Bühnenbilds?
Balkhausen: Die Seebühne ist an sich ja schon eine große Setzung und passt toll zum Stück. Unsere Bühne knüpft daher direkt an die erste Szene an, in der Viola in Illyrien strandet. Mittendrin stehen die Arkaden, drei große, schwarze Torbögen – ein Objekt, das sich wunderbar in die Landschaft Potsdams mit seinen Schlössern einreiht. Sie stehen als Architektur da und geben den Blick frei auf den See, spielen mit den Gegensätzen Natur und Zivilisation und bieten verschiedene interessante Blickachsen. Man kann ohne große Auf- und Abtritte verschwinden und wieder auftauchen, was dem Tempo des Stücks entgegenkommt. Und da Fabian live auf der Bühne steht und Alkohol im Stück eine große Rolle spielt, kam das „12Night“ dazu, die Strandbar. Für mich ist diese Bühne, auch im Zusammenspiel mit der Musik und den Kostümen, ein sehr spielerischer Ort geworden.
Arianna, woran hast du dich bei den Kostümen orientiert?
Fantin: Die illyrischen Figuren sollten weder historisch noch modern sein und ich habe nach etwas gesucht, was Tradition und Folklore-Elemente mit einer fantastischen Welt vereint. Also habe ich Volkskostüme gesammelt, die klaren Regeln folgen, und diese miteinander vermischt, vom schottischen Kilt bis zum indischen Sari. Die beiden Adligen Orsino und Olivia sollten wie Chamäleons zur Bühne gehören und so ist Olivia in ihrer Grundfarbe Gold geworden und Orsino Schwarz, wie die Arkaden. Beide tragen Korsagen, die eine plakative, idealisierte Version ihrer Oberkörper zeigen und so mit dem Thema Gender und Körperdarstellung spielen, ebenso wie die Kilts, die alle Männer als generelle Setzung tragen. Auch Viola wird in ihrer Verkleidung als Cesario nicht über Bart oder Perücke als Mann erzählt, sondern über einen männlichen Torso, ein Bustier.
Die Kostüme bewegen sich in einem interessanten Spannungsfeld, weil sie durch verschiedene Elemente eine Gender-Fluidität andeuten, die aber gleichzeitig stark ritualisiert ist. Welche Welt ist denn dieses Illyrien?
Fantin: Für mich ist es ein Spielraum, mit klaren Regeln, die aber nicht unverrückbar sind. Man kann sie so auch als eine Art Sparringpartner für Veränderung nutzen. Für Viola bedeutet ihr Identitätswechsel in Illyrien auch, das andere Leben einfach mal auszuprobieren. Und dann verfängt sie sich in dem Rollenspiel und kommt nicht mehr so richtig raus. Illyrien aber braucht einen Katalysator wie Viola, weil es das liberale Potential in sich zwar spürt, aber noch nicht umgesetzt hat.
„Narrheit geht um die Welt wie die Sonne. Sie leuchtet überall.“ (Der Narr)
Worin besteht für euch heute die Komik in dieser Verwechslungskomödie?
Peters: Zum einen im Verpassen des Moments. Dass man, obwohl man so verliebt ist, manchmal so blöd ist, den richtigen Moment zu verpassen, in dem Liebe stattfinden könnte.
Fantin: Und auch darin, dass Orsino so sehr in Olivia verliebt ist, aber Olivia Cesario so sehr liebt. Beide lieben vielleicht vergeblich und im Gegenüber eher eine Idee als etwas Konkretes.
Welchen Anteil hat dabei das Spiel mit den Geschlechtern?
Peters: Zu Shakespeares Zeiten spielten junge Männer die Frauenrollen und so sah man auf der Bühne einen Mann als Frau verkleidet, die sich in dann als Mann verkleidet. Damit wird die Frage nach Geschlechtsidentität natürlich nochmal auf lustvolle und lustige Weise weitergedreht. Ich glaube, die Leute haben damals aber auch darüber gelacht, dass sich nur im Theater zwei Männer küssen konnten – nicht, weil sie das an sich komisch fanden, sondern weil das damals eine sittliche Grenze überschritten hat. Das ist heute so nicht mehr herzustellen. Aber die Figuren stürzen manchmal so in ihre eigene Erkenntnis rein; sie überrascht sie völlig, sodass sie sie nicht wahrhaben wollen. Das ist prinzipiell komisch: sich gegen die eigene Erkenntnis zu wehren – weil der Versuch so vergeblich ist. Und das finde ich auf individueller Ebene bei Shakespeares Geschlechterrollenspiel interessant, dass die Figuren damit auch vor sich selbst und dem, was sie eigentlich wollen, fliehen.
Balkhausen: Komik entsteht doch immer dann, wenn man sich selbst erkennt. Ich finde, in all dem absurden Liebeschaos, der Sehnsucht, den Identitätsfragen kann man sich auch heute gut gespiegelt sehen.
Interview: Sina Katharina Flubacher (Dramaturgin)
Was ist so erzählenswert an der Liebe?
Nehle Balkhausen: Dass sie so kompliziert bleibt. Und sich das nicht löst, egal wie viel man weiß.
Fabian Kuss: Liebe ist nicht statisch, sondern immer etwas, wofür man arbeiten und auch kämpfen muss. Man kann sie nicht behalten.
Moritz Peters: Ja genau, sie ist ein Vorgang und kein Zustand. Liebe beginnt ja eigentlich erst, wenn man miteinander in Kontakt gekommen ist. Für mich reißt das Stück daher ganz grundsätzliche Fragen auf: Was ist Liebe? Was ist Begehren? Wo beginnen Macht- und Besitzanspruch?
„So voller Wahn ist die Raserei, die Liebe heißt – daß die am Ende auch sich selber in den Wahn der Sinne reißt“ (Orsino)
Wie lieben Shakespeares Figuren denn?
Peters: Ich weiß gar nicht, ob die Figuren wirklich so verliebt sind oder eher so etwas wie liebessüchtig, auch aus einem Gefühl des Mangels heraus. Jede*r will unbedingt jemanden lieben und dann findet sich irgendwie auch jemand.
Kuss: Ich denke, es handelt sich sehr oft um Projektionen. Die wollen das alle so sehr, aber den Zugang zu einer wahrhaften Liebe hat erstmal keiner.
Balkhausen: Orsino, zum Beispiel, bleibt ja auf eine für uns heute ziemlich unangenehme Weise „dran“. Aber ob das wirklich aus Liebe ist oder aus dem Wunsch heraus, geliebt zu werden, ist gar nicht so klar. Das Gefühl, sich selbst im Werben zu spüren, scheint fast größer zu sein als das Gefühl für diejenige, um die er wirbt.
Arianna Fantin: Es ist eher eine Vorphase der Liebe, in der sie sich in dieser unglaublichen Kraft und Sehnsucht zeigt. Wenn sich alle gefunden haben, ist es gar nicht mehr so stürmisch.
Moritz Peters: Es geht sehr viel um den Moment des Verliebtseins. Und das ist dann die entscheidende Sache: Ist Liebe erst dann Liebe, wenn sie erwidert wird? Und ist es nicht vielleicht schöner, das Verliebtsein zu konservieren, ohne jemals die Gefahr einzugehen, alles aufs Spiel zu setzen? Viola verliebt sich, sogar zweimal, ohne sich vorher verlieben zu wollen. Sie ist fremd in Illyrien, trauert eigentlich um ihren Bruder und kann dann ihre Liebe nicht umsetzen, weil sie aus dem Rollenspiel nicht mehr rauskommt – aber auch, das finde ich ganz wichtig, weil sie Angst hat, nicht geliebt zu werden.
„Was bin ich denn? Statt zu entwirren, wühlt die Zeit den Schmerz nur immer tiefer in mich rein. Und bringt statt Ordnung nur alles gründlicher durcheinander.“ (Viola)
Violas Liebe nimmt also zahlreiche Hürden, allen voran die des Geschlechts und sozialen Stands, um sich frei zeigen zu können.
Peters: Definitiv, Viola kommt als Bedienstete*r und ist nicht in der Position, Orsino ihre Liebe zu gestehen. Insofern ist ihre Liebe eigentlich eine unmögliche. Und trotzdem entstehen eine Nähe und Liebe zwischen ihr und Orsino und zwar gerade, weil sie sich als Mann ihm gegenüber anders verhalten kann, als sie das als Frau könnte. Wenn sich am Ende erzählt, dass man in diesem Liebeswahn, in dem man unbedingt lieben muss, völlig unvermittelt etwas findet, was man vorher nicht für möglich gehalten hätte, wäre das für mich ein schönes Resultat.
Fabian, du hast die Musik für den Abend komponiert. Wie hast du den Sound gefunden?
Kuss: Ich versuche in Energien zu denken, das ist oft sehr assoziativ. Und in all den Verliebtheitsmomenten im Stück gibt es gleichzeitig auch sehr viel Tragik, Enttäuschung und Melancholie. In diesem Spannungsfeld habe ich die Musik angelegt, sodass auch der Zweifel, die Unsicherheit, die Gefahr der Ablehnung und Enttäuschung erzählt werden.
Du hast auch zwei Shakespeare Sonette vertont. Wie kam es dazu?
Kuss: Die beiden Sonette sind direkt in das Stück eingeschrieben. Das eine ist „shroud of white“, das andere „hey, ho and sea“. Gerade „shroud of white“ drückt für mich diese Ambivalenz der Liebe gut aus. Und „hey, ho and sea“ ist am Ende eine offene Formulierung der Frage „Wie geht’s jetzt weiter?“ mit einem auch melancholischen Ausblick in die Zukunft.
„Zeig deine Macht, Verhängnis, ach, wir sind wir selber nicht und dürfen doch nichts anderes sein, bis uns alles zerbricht.“ (Olivia)
Das Stück spielt auf der Sommerbühne, direkt am See. Nehle, was bedeutet das für die Konzeption des Bühnenbilds?
Balkhausen: Die Seebühne ist an sich ja schon eine große Setzung und passt toll zum Stück. Unsere Bühne knüpft daher direkt an die erste Szene an, in der Viola in Illyrien strandet. Mittendrin stehen die Arkaden, drei große, schwarze Torbögen – ein Objekt, das sich wunderbar in die Landschaft Potsdams mit seinen Schlössern einreiht. Sie stehen als Architektur da und geben den Blick frei auf den See, spielen mit den Gegensätzen Natur und Zivilisation und bieten verschiedene interessante Blickachsen. Man kann ohne große Auf- und Abtritte verschwinden und wieder auftauchen, was dem Tempo des Stücks entgegenkommt. Und da Fabian live auf der Bühne steht und Alkohol im Stück eine große Rolle spielt, kam das „12Night“ dazu, die Strandbar. Für mich ist diese Bühne, auch im Zusammenspiel mit der Musik und den Kostümen, ein sehr spielerischer Ort geworden.
Arianna, woran hast du dich bei den Kostümen orientiert?
Fantin: Die illyrischen Figuren sollten weder historisch noch modern sein und ich habe nach etwas gesucht, was Tradition und Folklore-Elemente mit einer fantastischen Welt vereint. Also habe ich Volkskostüme gesammelt, die klaren Regeln folgen, und diese miteinander vermischt, vom schottischen Kilt bis zum indischen Sari. Die beiden Adligen Orsino und Olivia sollten wie Chamäleons zur Bühne gehören und so ist Olivia in ihrer Grundfarbe Gold geworden und Orsino Schwarz, wie die Arkaden. Beide tragen Korsagen, die eine plakative, idealisierte Version ihrer Oberkörper zeigen und so mit dem Thema Gender und Körperdarstellung spielen, ebenso wie die Kilts, die alle Männer als generelle Setzung tragen. Auch Viola wird in ihrer Verkleidung als Cesario nicht über Bart oder Perücke als Mann erzählt, sondern über einen männlichen Torso, ein Bustier.
Die Kostüme bewegen sich in einem interessanten Spannungsfeld, weil sie durch verschiedene Elemente eine Gender-Fluidität andeuten, die aber gleichzeitig stark ritualisiert ist. Welche Welt ist denn dieses Illyrien?
Fantin: Für mich ist es ein Spielraum, mit klaren Regeln, die aber nicht unverrückbar sind. Man kann sie so auch als eine Art Sparringpartner für Veränderung nutzen. Für Viola bedeutet ihr Identitätswechsel in Illyrien auch, das andere Leben einfach mal auszuprobieren. Und dann verfängt sie sich in dem Rollenspiel und kommt nicht mehr so richtig raus. Illyrien aber braucht einen Katalysator wie Viola, weil es das liberale Potential in sich zwar spürt, aber noch nicht umgesetzt hat.
„Narrheit geht um die Welt wie die Sonne. Sie leuchtet überall.“ (Der Narr)
Worin besteht für euch heute die Komik in dieser Verwechslungskomödie?
Peters: Zum einen im Verpassen des Moments. Dass man, obwohl man so verliebt ist, manchmal so blöd ist, den richtigen Moment zu verpassen, in dem Liebe stattfinden könnte.
Fantin: Und auch darin, dass Orsino so sehr in Olivia verliebt ist, aber Olivia Cesario so sehr liebt. Beide lieben vielleicht vergeblich und im Gegenüber eher eine Idee als etwas Konkretes.
Welchen Anteil hat dabei das Spiel mit den Geschlechtern?
Peters: Zu Shakespeares Zeiten spielten junge Männer die Frauenrollen und so sah man auf der Bühne einen Mann als Frau verkleidet, die sich in dann als Mann verkleidet. Damit wird die Frage nach Geschlechtsidentität natürlich nochmal auf lustvolle und lustige Weise weitergedreht. Ich glaube, die Leute haben damals aber auch darüber gelacht, dass sich nur im Theater zwei Männer küssen konnten – nicht, weil sie das an sich komisch fanden, sondern weil das damals eine sittliche Grenze überschritten hat. Das ist heute so nicht mehr herzustellen. Aber die Figuren stürzen manchmal so in ihre eigene Erkenntnis rein; sie überrascht sie völlig, sodass sie sie nicht wahrhaben wollen. Das ist prinzipiell komisch: sich gegen die eigene Erkenntnis zu wehren – weil der Versuch so vergeblich ist. Und das finde ich auf individueller Ebene bei Shakespeares Geschlechterrollenspiel interessant, dass die Figuren damit auch vor sich selbst und dem, was sie eigentlich wollen, fliehen.
Balkhausen: Komik entsteht doch immer dann, wenn man sich selbst erkennt. Ich finde, in all dem absurden Liebeschaos, der Sehnsucht, den Identitätsfragen kann man sich auch heute gut gespiegelt sehen.
Interview: Sina Katharina Flubacher (Dramaturgin)
SONGTEXTE
Lost in each other
No one would know
The you is me and the me is you
We fooled around but never gave up
Our hearts and our souls
They divided the sphere
Separated it all
Cut our rope into pieces
And said: this is a girl and a boy
We got so lost in each other
We got so lost in each other
We are one as the two
Only half without another
No one would know
The you is me and the me is you
We fooled around but never gave up
Our hearts and our souls
Now I’m standing off a shore
Soaked from salty cold unknown
Are you gone? Is it true?
Who am I without you?
We got so lost in each other
We got so lost in each other
We are one as the two
Only half without another
We got so lost in each other
We got so lost in each other
I’ll be searching for you
I’ll be searching for my other
Lyrics: Fabian Kuss
The you is me and the me is you
We fooled around but never gave up
Our hearts and our souls
They divided the sphere
Separated it all
Cut our rope into pieces
And said: this is a girl and a boy
We got so lost in each other
We got so lost in each other
We are one as the two
Only half without another
No one would know
The you is me and the me is you
We fooled around but never gave up
Our hearts and our souls
Now I’m standing off a shore
Soaked from salty cold unknown
Are you gone? Is it true?
Who am I without you?
We got so lost in each other
We got so lost in each other
We are one as the two
Only half without another
We got so lost in each other
We got so lost in each other
I’ll be searching for you
I’ll be searching for my other
Lyrics: Fabian Kuss
Lost Myself
I cannot take your frown
pull me down from my altitude
I could hide the one inside me
I’m already drowned
I’ll look up to your magnitude
I’m chased and traced
They greyness is my solitude
Fading is my thrilling cipher
I sense your grace
The killing of my attitude
I would fight to be someone for you
But I lost myself
I would fight to be someone for you
I would fight to be someone for you
But I lost myself
I would fight
But I lost myself
But I lost myself
But I lost myself
Lyrics: Fabian Kuss
pull me down from my altitude
I could hide the one inside me
I’m already drowned
I’ll look up to your magnitude
I’m chased and traced
They greyness is my solitude
Fading is my thrilling cipher
I sense your grace
The killing of my attitude
I would fight to be someone for you
But I lost myself
I would fight to be someone for you
I would fight to be someone for you
But I lost myself
I would fight
But I lost myself
But I lost myself
But I lost myself
Lyrics: Fabian Kuss
Shroud of white
Come away, come away, death,
And in sad cypress let me be laid.
Fly away, fly away, breath;
I am slain by a fair cruel maid.
My shroud of white, stuck all with yew,
O, prepare it!
My part of death, no one so true
Did share it.
Not a flower, not a flower sweet,
On my black coffin let there be strown.
Not a friend, not a friend greet
My poor corpse, where my bones shall be thrown.
A thousand thousand sighs to save,
Lay me, O, where
Sad true lover never find my grave,
To weep there!
Lyrics: William Shakespeare
And in sad cypress let me be laid.
Fly away, fly away, breath;
I am slain by a fair cruel maid.
My shroud of white, stuck all with yew,
O, prepare it!
My part of death, no one so true
Did share it.
Not a flower, not a flower sweet,
On my black coffin let there be strown.
Not a friend, not a friend greet
My poor corpse, where my bones shall be thrown.
A thousand thousand sighs to save,
Lay me, O, where
Sad true lover never find my grave,
To weep there!
Lyrics: William Shakespeare
Prost, Bruder, Prost!
Prost, Bruder, Prost, heut' sind wir drei!
Wir stimmen ein, der Suff ist geil
Krüge hoch wir gehen steil
Prost, Bruder, Prost, heut' sind wir drei!
Wir stimmen ein, der Suff ist geil
Krüge hoch wir gehen steil
Der Wein ist rot, das Herz ist weit,
wir singen laut in dieser Nacht!
Sir Toby schwelgt in seliger Zeit,
Wenn Männerfreundschaft das ist was einen glücklich macht.
Prost, Bruder, Prost, heut' sind wir drei!
Wir stimmen ein, der Suff ist geil
Krüge hoch wir gehen steil
Prost, Bruder, Prost, heut' sind wir drei!
Wir stimmen ein, der Suff ist geil
Krüge hoch wir gehen steil
Prost, Bruder, Prost, heut' sind wir drei!
Wir stimmen ein, der Suff ist geil
Krüge hoch wir gehen steil
Der Sherry war der erste Kuss,
der Portwein hinterher,
das Ale gab uns den letzten Schuss —
jetzt taumeln wir, doch wir wollen noch mehr!
Prost, Bruder, Prost, heut' sind wir drei!
Wir stimmen ein, der Suff ist geil
Krüge hoch wir gehen steil
Lyrics: Fabian Kuss
Wir stimmen ein, der Suff ist geil
Krüge hoch wir gehen steil
Prost, Bruder, Prost, heut' sind wir drei!
Wir stimmen ein, der Suff ist geil
Krüge hoch wir gehen steil
Der Wein ist rot, das Herz ist weit,
wir singen laut in dieser Nacht!
Sir Toby schwelgt in seliger Zeit,
Wenn Männerfreundschaft das ist was einen glücklich macht.
Prost, Bruder, Prost, heut' sind wir drei!
Wir stimmen ein, der Suff ist geil
Krüge hoch wir gehen steil
Prost, Bruder, Prost, heut' sind wir drei!
Wir stimmen ein, der Suff ist geil
Krüge hoch wir gehen steil
Prost, Bruder, Prost, heut' sind wir drei!
Wir stimmen ein, der Suff ist geil
Krüge hoch wir gehen steil
Der Sherry war der erste Kuss,
der Portwein hinterher,
das Ale gab uns den letzten Schuss —
jetzt taumeln wir, doch wir wollen noch mehr!
Prost, Bruder, Prost, heut' sind wir drei!
Wir stimmen ein, der Suff ist geil
Krüge hoch wir gehen steil
Lyrics: Fabian Kuss
He’s mine
Sick of all the waiting
Sick of all the wasting
Sick of all my own hesitating
Tired of these suits – no love for him who cannot love
I wanted the hand not just a velvet glove
He’s mine – he’s all mine
I can’t wrap my head around it
He’s mine – all mine
And he signed on the dotted line
Sick of all the trying – sick of all the dying
Sick of all my own self-denying
He came himself – and showed that he could truly love
Now I have his hand – not just the metaphor
He’s mine – he’s all mine
I can’t wrap my head around it
He’s mine – all mine
And he signed on the dotted line
Lyrics: Fabian Kuss
Sick of all the wasting
Sick of all my own hesitating
Tired of these suits – no love for him who cannot love
I wanted the hand not just a velvet glove
He’s mine – he’s all mine
I can’t wrap my head around it
He’s mine – all mine
And he signed on the dotted line
Sick of all the trying – sick of all the dying
Sick of all my own self-denying
He came himself – and showed that he could truly love
Now I have his hand – not just the metaphor
He’s mine – he’s all mine
I can’t wrap my head around it
He’s mine – all mine
And he signed on the dotted line
Lyrics: Fabian Kuss
BELOW THE GILDED STARS
Born to serve beneath a golden
way of life I never chose to
Live beyond the shadows hiding
wait for love to find my soul oh
Sworn to polish floors of marble
hands that never once were held by
anyone who saw me truly
see my soul and love
Ohhh I bend to breathe
Ohhh I carry me
What a hollow calling
hands that hold their life
Ohhh I learn to breathe
Ohhh I’m finding me
What a breaking morning
Heart that holds ist life
Lyrics: Fabian Kuss
way of life I never chose to
Live beyond the shadows hiding
wait for love to find my soul oh
Sworn to polish floors of marble
hands that never once were held by
anyone who saw me truly
see my soul and love
Ohhh I bend to breathe
Ohhh I carry me
What a hollow calling
hands that hold their life
Ohhh I learn to breathe
Ohhh I’m finding me
What a breaking morning
Heart that holds ist life
Lyrics: Fabian Kuss
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HÖRTIPP
Der Podcast „Shakespeare Anyone?“ greift Themen, Motive und historische Hintergründe zu Shakespeares Stücken auf und gibt einen unterhaltsamen, informativen Einblick . Erfahren Sie hier mehr über Shakespeares 154 Sonette und was sie über ihren Dichter erzählen (auf Englisch):