Auf der heutigen Pressekonferenz stellten Intendant Tobias Wellemeyer und Chefdramaturgin Ute Scharfenberg die Premieren und künstlerischen Vorhaben für die kommende Spielzeit 2017/2018 vor. Freuen Sie sich auf einen vielfältigen Spielplan mit 20 Neuinszenierungen, darunter eine Uraufführung und zwei Deutsche Erstaufführungen.

Die Eröffnung der neuen Saison feiern wir am 15. September mit der Deutschen Erstaufführung »Das Wasser im Meer« von Christoph Nußbaumeder. Darin verkündet Familienpatriarch Stefan an seinem 80. Geburtstag, sterben zu wollen – in seiner alten Heimat, dem früheren Sudetenland … Flucht und Heimat, diese brisanten Themen unserer Zeit, werden wie durch ein Prisma schillernd aufgefächert. Weitere Höhepunkte der Saison sind u. a. die großen Bühnenpremieren »Unterleuten« nach dem Bestseller-Roman von Juli Zeh und »Prinz Friedrich von Homburg« von Heinrich von Kleist, das großangelegte Mythen-Projekt »Europa« von Soeren Voima, die Uraufführung des Potsdam-Romans »Skizze eines Sommers« von André Kubiczek und die Deutsche Erstaufführung »Good People (Mittelschichtblues)« des amerikanischen Pulitzerpreisträgers David Lindsay-Abaire.

Die Saison in der Reithalle eröffnen wir mit »Die Netzwelt« von Jennifer Haley, einer packenden detektivischen Erforschung der Verheißungen und Abgründe der virtuellen Welt. Premiere ist am 24. November. Und bereits am 7. September hat mit »Dicke Sternschnuppe« von Julia Penner das erste Stück für Familien und junge Zuschauer Premiere, eine warmherzige Geschichte über drei ungewöhnliche Freunde, die im Zusammenstehen über ihre Ängste hinauswachsen.

Mit dem Projektpreis 2017 wurde die Produktion »Gehen und Bleiben« von Maxi Obexer und Clemens Bechtel ausgezeichnet.
Der Förderkreis des Hans Otto Theaters überreichte die Auszeichnungen im Rahmen einer festlichen Verleihung am 27. April.

Der Schauspieler und Ensembleprotagonist Bernd Geiling wurde mit dem »Potsdamer Theaterpreis – Preis des Förderkreises Hans Otto Theater e. V.« 2017  ausgezeichnet. Mit diesem Preis in Höhe von 3.000 Euro würdigt der Förderkreis des Hans Otto Theaters einen Künstler, der in besonderer Weise zur Ausstrahlung des Hauses beiträgt. Bernd Geiling ist seit 2009 Ensemblemitglied des Hans Otto Theaters und war und ist seither u. a. in Yasmina Rezas »Kunst« und »Drei Mal Leben« (R: Tobias Wellemeyer), in den Uraufführungen »Wellen« von Eduard von Keyserling (R: Barbara Bürk) und »Kirschgarten – Die Rückkehr« von John von Düffel (R: Tobias Wellemeyer), als Polonius in »Hamlet« von William Shakespeare (R: Alexander Nerlich), als Richter in »Terror« von Ferdinand von Schirach (R: Andreas Rehschuh) sowie in Musicals wie »My Fair Lady« (als Higgins) und »La Cage aux Folles« (als Albin) zu erleben.

Darüber hinaus wurde ein mit 500 Euro dotierter Projektpreis an das Theaterprojekt »Gehen und Bleiben« von Maxi Obexer und Clemens Bechtel verliehen. Für diese besondere Produktion hat das Hans Otto Theater Geflüchtete und Migranten, die heute in Potsdam und der Region leben, eingeladen, über »Gehen und Bleiben« zu berichten. Aus Gesprächen mit insgesamt zwölf Beteiligten, die aus Syrien, Israel, Mazedonien, Frankreich, Russland und dem Iran kommen, erarbeiteten die Autorin Maxi Obexer und der Regisseur Clemens Bechtel einen Theaterabend, der auf überraschende, irritierende, heitere und traurige Weise davon erzählt, was es heißt, die Heimat zu verlassen und in der Fremde neu anzufangen. »Gehen und Bleiben« kam im März 2017 zur Premiere und stand mit insgesamt acht ausverkauften Vorstellungen auf dem Spielplan.

Im Rahmen einer festlichen Verleihung am 27. April im Neuen Theater wurden die Preise durch die Vorsitzende des Förderkreises Lea Rosh überreicht. Das Hans Otto Theater und seine Mitarbeiter werden vom Förderkreis seit dessen Gründung 1996 in ideeller und materieller Form unterstützt. In diesem Jahr verleiht der Förderkreis zum zweiten Mal seit 2015 wieder den Theaterpreis.

Lea Rosh, Vorsitzende des Förderkreises Hans Otto Theater e. V.: »Ich habe Bernd Geiling von Anfang an, als er zu uns ins HOT kam, bewundert. Von ihm wusste man sofort, dass er als Schauspieler eine unglaubliche Bandbreite zu bieten hat. Als König Philipp in ›Don Carlos‹ haben wir ihn so großartig gesehen, als ›eiskalten Menschenvernichter‹, der seine eigene Familie opfert, um an der Macht zu bleiben (rbb Kulturradio). Diese Rolle hat er von einem erkrankten Kollegen übernehmen müssen, er hat das in nur vier Tagen schaffen müssen: also lernen, lernen, lernen. Dann haben wir doch alle laut gejubelt, als er uns in ›La Cage aux Folles‹ bezaubert hat, zwei Stunden ununterbrochen auf Stöckelschuhen, dazu hat er gesungen: ›Ich bin, was ich bin‹, besser, schöner, anrührender konnte das niemand singen und spielen – nur Bernd Geiling. Ihm gehört in diesem Jahr unser Theaterpreis, zu recht.«

Tobias Wellemeyer, Intendant des Hans Otto Theaters: »Ich freue mich, dass mit Bernd Geiling ein Künstler geehrt wird, der in seinem vielseitigen und formenreichen Bühnenspiel einen geschärften und humorvollen Blick auf menschliche Widersprüche, weltanschauliche Musikalität und eine sehr verletzliche, augenzwinkernde Herzlichkeit zu vereinen vermag. In den gemeinsamen Theaterarbeiten mit ihm haben mich sein kosmopolitischer Charme und seine schöpferische Intensität stets begeistert und bereichert, seine Art, sehr eigenständig und widerspruchsinteressiert nach den Gedankenkämpfen und Gefühlsbrüchen seiner Figuren zu suchen, oft überaus kritisch und anstrengend unduldsam gegenüber sich selbst. Ich freue mich, dass seine künstlerische Aussage- und Strahlkraft mit dem Potsdamer Theaterpreis ein schönes und bleibendes Feedback bekommt.«

Bernd Geiling, Preisträger des Potsdamer Theaterpreises 2017: »Oscar Wilde hat einmal gesagt: ›Ich spiele so gern Theater, es ist viel realistischer als das Leben.‹ - Ich kann mich diesem Satz nur anschließen. Das hat nichts mit weltfremder Realitätsverweigerung zu tun. Ich glaube, das Theater gibt uns alle Mittel an die Hand, unsere Welt sogar bewusster, in gesteigerter Form wahrzunehmen. Was aber nicht heißt, sie unreflektiert einfach hinzunehmen. Wenn wir in einer Zeit, die die Grundwerte unserer Menschlichkeit dem Hass, der Dummheit und der Verlogenheit ausliefert, aufgeben, von einer besseren Welt zu träumen, verlieren wir alles.«

Pressemitteilung zum Download:
Die Begeisterung hört man nicht, aber man sieht sie: Wenn im Hans Otto Theater die Vorstellungen mit Gebärdensprachdolmetschern zu Ende gehen, wird nicht nur geklatscht, sondern die Hände werden schwungvoll in die Luft gehoben – zum stummen und herzlichen Applaus.

Seit 20 Jahren bietet das Potsdamer Theater regelmäßig Aufführungen mit Übersetzung in Gebärdensprache an (abgekürzt TamiDos), um auch tauben und hörbehinderten Menschen ein Tor zur Theaterkunst zu öffnen. In seiner Kontinuität und innovativen Form ist das Projekt deutschlandweit einzigartig. Mehrmals in der Spielzeit stehen die beiden Dolmetscher Gudrun Hillert und Christian Pflugfelder gemeinsam mit den Schauspielern auf der Bühne und übertragen das Bühnengeschehen simultan – ein Kulturerlebnis, das auch Besucher ohne Hörbeeinträchtigung als eine besondere Bereicherung empfinden.

Zum 20-jährigen Jubiläum dieses Spezialangebots dürfen natürlich die TamiDos-Vorstellungen des großen Weihnachtsmärchens nicht fehlen.  Am 15. und 18. Dezember werden Gudrun Hillert und Christian Pflugfelder das Grimmsche Märchen »Der gestiefelte Kater« live gebärden. »Gerade die jährlich gedolmetschten Vorstellungen des Weihnachtsmärchens sind zu einer festen Tradition geworden und erfreuen sich großer Beliebtheit bei Potsdamer und Berliner Schulen. An diesem Tag nehmen nicht nur mehr als 300 hörbehinderte Kinder auf den Zuschauerstühlen Platz, sondern auch alle anderen – das ist ein inklusives Theatererlebnis für alle«, so Manuela Gerlach, Projektleiterin und Theaterpädagogin am Hans Otto Theater.

Bei der in Potsdam praktizierten innovativen Methode des »Shadow Interpreting« folgen die beiden Übersetzer den Schauspielern wie Schatten und sind aktiver und integraler Teil des Bühnengeschehens. »Dadurch wird gehörlosen Theaterbesuchern die Möglichkeit geboten, das jeweilige Stück genauso wie alle anderen Zuschauer wahrzunehmen. Sie müssen sich nicht – wie leider an anderen Theatern üblich – zwischen dem auf der Bühne stattfindenden Schauspiel und dem neben oder vor der Bühne produzierten gebärdensprachlichen Text entscheiden. Beim »Shadow-Interpreting« wird beides räumlich im Bühnenbild vereint: Die Dolmetscher stehen dort, wo die Handlung stattfindet«, so Christian Pflugfelder.

Das Angebot »TamiDos« gehört seit 1996 fest zum Programm des Hans  Otto Theaters. Es richtet sich an Erwachsene ebenso wie an Kinder und Jugendliche. Die Projektleitung liegt bei der Theaterpädagogin Manuela Gerlach. Die fachliche Beratung und die Verdolmetschung der Vorstellungen erfolgt über die Potsdamer Diplom-Gebärdensprachdolmetscherin Gudrun Hillert und ihrem Kollegen Christian Pflugfelder. Das Projekt wurde 2012 für den »BKM-Preis Kulturelle Bildung« nominiert, der vom Staatsministerium für Kultur und Medien verliehen wird.
Unter dem Titel »Anders als du glaubst …« dreht sich vom 18. Oktober bis 30. November in Potsdam alles um den Dialog zwischen den Religionen und Kulturen. 25 Glaubensgemeinschaften, Bildungsträger, Kultureinrichtungen, Sozialverbände und weitere Organisationen bieten an zahlreichen Orten in Potsdam über 75 Veranstaltungen an – auch das Hans Otto Theater beteiligt sich mit drei Veranstaltungen an dem vielseitigen Programm.

»Refugees‘ Club«
Musik und Begegnungen
Der »Refugees Club« ist ein offener Treffpunkt für Potsdamer und Flüchtlinge: Hier trifft man sich zur lockeren interkulturellen Session, um miteinander ins Gespräch zu kommen, Kunst zu machen, neue Freunde zu finden und zu tanzen. Musiker, Poeten, Künstler, Tänzer, und Schauspieler präsentieren Kurz-Auftritte und kleine Konzerte, erzählen Geschichten, lesen Gedichte, zeigen Filme und bieten allerlei Spontanes. Dieses Mal stehen u. a. religiöse Traditionen der Geflüchteten im Blickpunkt.
Am 24. Oktober, 19:00 Uhr, Hans Otto Theater/ Reithalle Forum
Der Eintritt ist frei.

Vorstellung und Podiumsgespräch
»Geächtet« von Ayad Akhtar
Bissig, pointiert, komisch und abgründig zugleich bringt der amerikanische Autor Ayad Akhtar die großen Themen unserer Zeit auf die Bühne: Identität und Religion, Integration und Rassismus, Gott und Geld. Der Anwalt Amir, ein perfekt integrierter Amerikaner pakistanisch-muslimischer Abstammung, und seine Frau Emily, eine aufstrebende Künstlerin mit christlichem Hintergrund, laden Emilys Galeristen Isaac, er wiederum ist jüdischer Herkunft, und dessen afroamerikanische Frau Jory zur Dinner-Party ein. Als man bei Tisch auf das Thema Religion und Terror zu sprechen kommt, zerbrechen die Fassaden aufgeklärter Toleranz ... Im Anschluss an die Vorstellung gibt es ein Publikumsgespräch mit dem Religionswissenschaftler Dr. Hans-Michael Haußig (Universität Potsdam) und dem Potsdamer Trauma- und Psychotherapeuten Ahmed Al-hafedh.
Am 11. November, 19:30 Uhr, Hans Otto Theater/ Neues Theater

Podiumsdiskussion
»Welches Land wollen wir sein?
Zündstoff Religion: Passt der Islam zur offenen Gesellschaft?«
Wie halten wir es mit der Religion? 57% der Deutschen sehen im Islam eine Bedrohung. Woran liegt das? Warum beschwören Menschen, die sonst wenig mit dem Christentum am Hut haben, die panische Vorstellung vom Untergang des »christlichen Abendlandes«? Wo liegen die Grenzen der Toleranz auf dem Gebiet der Religion? Es diskutieren Petra Bahr von der Konrad-Adenauer-Stiftung, die Autorin Sineb El Masrar (»Muslim Girls«) und Ender Cetin (Vorsitzender der Sehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln).
Am 21. November, 19:00 Uhr, Hans Otto Theater/ Reithalle Forum
Der Eintritt ist frei.

Das Hans Otto Theater feiert 2016 Jubiläum auf der Schiffbauergasse

Vor genau zehn Jahren, im September 2006, öffnete sich zur allerersten Mal glanzvoll der Vorhang im frisch erbauten Neuen Theater, dem elegant schwingenden Entwurf des Pritzker-Preisträgers Gottfried Böhm. Heute erarbeitet ein profiliertes 25-köpfiges Schauspielensemble gemeinsam mit renommierten Regisseuren in jährlich über 20 Premieren und vielen weiteren Projekten und Angeboten künstlerische Positionen zur Gegenwart. Rund 640 Veranstaltungen stehen pro Jahr auf dem Spielplan des Hans Otto Theaters mit seinen rund 160 Mitarbeitern.

In einer Festveranstaltung am 30. September feierte das Hans Otto Theater dieses Jubiläum. Das Publikum konnte sich an dem Abend freuen auf den Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs als Gastredner, auf vielfältige filmische Reminiszenzen aus der aufregenden Bauphase des Neuen Theaters, auf Stimmen und persönliche Gedanken von Schauspielern, Mitarbeitern und Künstlergästen – und natürlich auf kurzweilige künstlerische Einlagen des Ensembles. Anschließend wurde zum Sektempfang ins Glasfoyer geladen.

Festrede von Intendant Tobias Wellemeyer

28.09.2016

Stellungnahmen

Zum Artikel »Maul halten und spielen! Die Schauspieler des Potsdamer Hans-Otto-Theaters arbeiten in Verhältnissen, die Angst machen«
vom 28. 09. 2016 in der Märkischen Allgemeinen Zeitung
Download der Erwiderung des Intendanten Tobias Wellemeyer
vom 28. 09. 2016
Download der Stellungnahme des Ensembles des Hans Otto Theaters
Autorin Maxi Obexer wurde gemeinsam mit dem Hörspiel-Regisseur Martin Zylka für ihr WDR-Hörspiel »Illegale Helfer« mit dem »Robert-Geisendörfer-Preis 2016« ausgezeichnet. Die Theaterfassung des Stoffes brachte das Hans Otto Theater als Deutsche Erstaufführung im Juni 2016 auf die Bühne. Die Inszenierung von Yvonne Gronberg ist am 24. September erstmalig wieder in der neuen Spielzeit zu sehen.

In der Jurybegründung heißt es: »Gewissensentscheidungen können auch in einem Rechtsstaat dazu führen, dass der Einzelne mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Das Hörspiel fordert zum Nachdenken darüber auf, was Mitmenschlichkeit ist und welche Konsequenzen sie haben kann. Ein wichtiges Stück zur richtigen Zeit, das grundlegende moralische Fragen aufwirft.«

Mit dem »Robert-Geisendörfer-Preis«, dem Medienpreis der Evangelischen Kirche, werden jährlich sechs Hörfunk- und Fernsehproduktionen aus allen Sparten ausgezeichnet, die »das persönliche und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken, zum guten Miteinander von Einzelnen, Gruppen, Völkern und zur gegenseitigen Achtung der Geschlechter beitragen«, so die Jury. Neben Maxi Obexer wurde 2016 u. a. die Journalistin Dunja Hayali ausgezeichnet.
»Illegale Helfer« von Maxi Obexer
Wieder am 24. September, 19:30 Uhr
Hans Otto Theater/Reithalle
Im Anschluss an die Vorstellung laden wir zum Publikumsgespräch
mit der Autorin und dem Ensemble ein.
Aus Anlass des 100. Geburtstages ehren fünf Potsdamer Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen Peter Weiss (1916–1982), den hier geborenen Maler, Schriftsteller, Filmemacher und Dramatiker. Seine ruhelose Suche nach Themen und Ausdrucksformen inspirierten zu Ausstellungen, einer Tagung, Lesungen und Filmvorführungen, die an den künstlerischen Grenzgänger und Freigeist erinnern und sein umfangreiches Œuvre würdigen.

Das Filmmuseum Potsdam, das Hans Otto Theater, das Potsdam Museum, der Potsdamer Kunstverein und die Universität Potsdam haben in den vergangenen Monaten gemeinsam ein facettenreiches und aufeinander abgestimmtes Programm zusammengestellt. Von Mitte September bis in den November hinein können sich Potsdamer, Brandenburger und Berliner Kulturinteressierte auf vielfältige Weise mit dem Leben und Wirken von Peter Weiss auseinandersetzen.

»Die inhaltliche Zusammenarbeit und Vernetzung unserer Institutionen war bereits in der Vorbereitung sehr inspirierend. Jedes Haus brachte eine eigene Perspektive mit, jeder blickte aus seiner Kunst und Profession heraus auf das künstlerische Schaffen und Leben von Peter Weiss«, so Prof. Dr. Ursula von Keitz, Direktorin des Filmmuseum Potsdam, im Namen der Kooperationspartner.

»Kooperationen für Einzelprojekte verbinden unsere Häuser natürlich schon lange miteinander. Regel-mäßig arbeitet zum Beispiel das Potsdam Museum mit dem Filmmuseum und dem Hans Otto Theater zusammen. Aber im Zusammenschluss unserer fünf Institutionen setzen wir ein starkes Zeichen für das reiche kulturelle Leben in der Landeshauptstadt. Der 100. Geburtstag von Peter Weiss bietet dafür den perfekten Anlass, war Peter Weiss doch in den verschiedenen Künsten beheimatet. Besonders schön ist es auch, dass nicht nur städtische Institutionen, sondern mit dem Filmmuseum und der Universität auch zwei Einrichtungen des Landes Brandenburg beteiligt sind«, so Dr. Jutta Götzmann, Direktorin des Potsdam Museum.

Veranstaltungen des Hans Otto Theaters
im Rahmen von »Peter Weiss 100 – Potsdamer Positionen«

»Mitteilungen eines Fremden«
Michael Schrodt liest aus dem Roman »Fluchtpunkt« von Peter Weiss
In seinem Roman »Fluchtpunkt« (1962) setzt sich Peter Weiss mit seiner Suche nach einer eigenen Sprache auseinander. Er erinnert sich an seine Ankunft 1940 im Exilland Schweden und an seine Erfahrung des Fremdseins – als Flüchtling aus einer Nation, die er kaum je als Heimat empfand. Als Flüchtling aber auch aus der bürgerlichen Enge seines Elternhauses. Er beschreibt seinen künstlerischen Weg zu einer Bildsprache und zu einer Literatursprache, die zugleich ganz persönlich und ganz universell sein sollten. Und er denkt darüber nach, wie eng diese Suche mit seiner politischen Position in den Kämpfen seiner Zeit verknüpft war.
Es liest Michael Schrodt, Schauspieler des Hans Otto Theaters
Leitung: Ute Scharfenberg
Termine
13. Oktober, 18:00 Uhr im Potsdam Museum
6. November, 11:00 Uhr im Hans Otto Theater/Glasfoyer

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Hier finden Sie die Pressemappe mit den Veranstaltungen der Kooperationspartner

Zum Jubiläum »10 Jahre Neues Theater« zeigt das Hans Otto Theater Bilder aus der Theaterarbeit vor und hinter den Kulissen

Mit einer Fotoausstellung im Bildungsforum zeigen das Hans Otto Theater und die Stadt- und Landesbibliothek interessante Eindrücke aus der Theaterarbeit vor und hinter den Kulissen. Anlass ist das zehnjährige Jubiläum des Theaterneubaus auf der Schiffbauergasse. Mit dem »Neuen Theater«, das im September 2006 feierlich eröffnet wurde, bekamen die Potsdamer, die Künstler und Theatermitarbeiter erstmals seit  den 1940er Jahren wieder einen festen Ort in der Stadt. Im Mittelpunkt der ausgestellten Fotografien stehen jedoch die Menschen – die Schauspieler, die Künstler, die Mitarbeiter aus den künstlerisch-technischen Gewerken und verschiedenen Abteilungen: Denn erst durch sie wird aus einem Theatergebäude lebendiges Theater. Zu sehen sind Aufnahmen der Fotografen Hans Ludwig Böhme und Göran Gnaudschun.

Hans Ludwig Böhme arbeitet seit den 1980er Jahren als Theaterfotograf  und experimentiert mit Grenzformen von Fotografie und Malerei. Seine Arbeiten werden in Europa und den USA ausgestellt und befinden sich in bedeutenden Sammlungen. Sein neugieriger Blick begleitet das Potsdamer Theater kontinuierlich seit 2009.
Der Potsdamer Fotograf Göran Gnaudschun, bekannt u. a. durch seine Langzeit-Porträtserie »Alexanderplatz« (2014), fotografiert seit 2012 für das Hans Otto Theater. Für seine Arbeiten wurde er zuletzt mit dem renommierten Rom-Preis 2016 der Deutschen Akademie Villa Massimo ausgezeichnet. Vom September 2016 bis Juni 2017 wird er im Rahmen dieser Auszeichnung in Rom leben und arbeiten.

Fotoausstellung »Hinter den Kulissen«
in der Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum Potsdam
5. September bis 7. Oktober
Mo: 15-19 Uhr / Di-Fr: 10-19 Uhr / Sa: 10-16 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Eine Kooperation des Hans Otto Theaters und der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam

Das Hans Otto Theater und die Stadt- und Landesbibliothek verbindet eine kontinuierliche Zusammenarbeit miteinander. So beteiligt sich das Theater mehrmals im Jahr mit Schauspielerlesungen an den Reihen »Lunchpaket« und »Boehlichs Bücher – Weltliteratur wiederentdeckt«.

Im Jubiläumsjahr 2016 lädt das Hans Otto Theater zu verschiedenen Sonderveranstaltungen ein, u. a. zu monatlichen Führungen, zu besonderen Vorstellungsbesuchen mit Einblicken in die technisch-künstlerischen Gewerke und am 30. September zum Festakt im Neuen Theater.

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