Emanuel Schikaneder
Emanuel Schikaneder wurde 1751 in Straubing geboren. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf und erhielt seine Ausbildung unter anderem bei den Jesuiten. Schon in jungen Jahren wandte er sich dem Theater zu und trat zunächst als Schauspieler, Sänger und Tänzer auf. In den 1770er-Jahren schloss er sich verschiedenen Wanderbühnen an und gründete später eine eigene Theatertruppe, mit der er durch Süddeutschland und Österreich reiste. Schikaneder war nicht nur Darsteller, Theaterdirektor und Regisseur, sondern verfasste auch zahlreiche Stücke und Bearbeitungen, zum Beispiel Singspiele, Possen, Dramen und aufwendige Spektakelstücke, die auf publikumswirksame Effekte setzten. Dabei bewies er ein Gespür für Unterhaltung und Humor sowie für die Verbindung von Musik, Schauspiel und Bühnenzauber. Seit 1780 verband ihn eine Freundschaft mit Wolfgang Amadeus Mozart. 1789 übernahm er die Leitung des Theaters auf der Wieden in der Wiener Vorstadt. Unter seiner Führung entwickelte sich das Haus, das eine Kapazität von 1000 Plätzen hatte, zu einer beim Publikum sehr beliebten Adresse für das deutschsprachige Singspiel. Seine größte Bekanntheit erlangte Schikaneder als Librettist der „Zauberflöte“, die 1791 im Theater auf der Wieden uraufgeführt wurde. Schikaneder übernahm dabei selbst die Rolle des Papageno. Später war er maßgeblich an der Gründung und Leitung des Theaters an der Wien beteiligt, das 1801 eröffnet wurde und zu den modernsten Bühnen seiner Zeit zählte. Trotz künstlerischer Erfolge geriet er wiederholt in finanzielle Schwierigkeiten. In seinen letzten Lebensjahren verschlechterte sich sein Gesundheitszustand; er starb 1812 in Wien. Schikaneder gilt als „Theatertier“ und einflussreicher Bühnenpraktiker, der für ein Theater stand, das ein breites Publikum aus verschiedenen Bevölkerungsschichten anzusprechen vermochte.