Die Nashörner

von Eugène Ionesco 
Eines schönen Sonntagmittags beobachten der Büroangestellte Behringer und sein Freund Hans einen merkwürdigen Vorfall: Ein Nashorn stürmt im vollen Galopp durch die Stadt. Kurz darauf ein zweites. Oder war es doch dasselbe? Nicht die Tatsache an sich beunruhigt die beiden, sondern nur die Ungewissheit, ob es nun ein und dasselbe oder doch zwei unterschiedliche Dickhäuter waren. Auch noch am nächsten Morgen im Büro wird der Vorfall heftig diskutiert, als plötzlich Frau Ochs erscheint und berichtet, ihr Mann habe sich in ein Nashorn verwandelt. Die Kollegen raten zur Scheidung und gehen zum Tagesgeschäft über. Doch nach und nach tauchen weitere wutschnaubende, alles niederwalzende Paarzeher in der Stadt auf, weil sich immer mehr Einwohner*innen verwandeln. Wer mit dem Zeitgeist gehen oder dazugehören will, tut es ihnen gleich. Nur Behringer weigert sich. Am Ende sind er und seine Freundin Daisy die letzten Menschen in der Stadt. Einen Moment lang scheint ihre Liebe zu siegen, doch dann kann auch Daisy dem Drang zur Anpassung nicht länger widerstehen.

Eugène Ionesco hat eine absurd-komische Geschichte über Entindividualisierung, Massenwahn und Anpassertum geschrieben. Sein Appell, schleichende Veränderungen in der Gesellschaft nicht unreflektiert hinzunehmen, hat nicht an Aktualität verloren.
Regie Esther Hattenbach Bühne und Kostüm Regina Lorenz-Schweer Dramaturgie Alexandra Engelmann Komposition Johannes Bartmes
PREMIERE 21-FEB-2020

als die Hausfrau
als die Kellnerin / Frau Ochs
als Hans
als Behringer
als der Wirt / Herr Schmetterling
als der Herr
als der Logiker / Stech
als Daisy
als Wisser