Jeder stirbt für sich allein

in einer Fassung von Christopher Hanf und Annette Pullen

„Führer befiehl, wir folgen!“ Nach dieser Parole haben auch Anna und Otto Quangel ihr Leben eingerichtet. Das Ehepaar wohnt unter bescheidenen Umständen in einem Berliner Arbeiterviertel. Die beiden verstehen sich als kleine, unpolitische Leute. Doch als sie vom Tod ihres einzigen Sohnes im Krieg gegen Frankreich erfahren, begreifen sie plötzlich, wie falsch, verlogen und verbrecherisch das Regime Hitlers in Wahrheit ist. In ihnen reift ein Plan: Sie wollen den Kampf aufnehmen gegen die übermächtige Maschinerie des Nazistaates. Und so schreiben sie einfache Botschaften auf Postkarten, in denen sie zum Widerstand aufrufen. Die Karten verteilen sie auf Treppen und Hausfluren überall in der Stadt. Damit riskieren sie ihr Leben, denn die Menschen um sie herum sind durch das System korrumpiert und deformiert: Da gibt es die Mitläufer, die nur an ihren Vorteil denken. Es gibt die Denunzianten, die Angst verbreiten. Und es gibt die Nazi-Kader, die niederträchtig und brutal ihre Macht ausleben. Es scheint, als stünden die Quangels mit ihren stillen Aktionen auf verlorenem Posten. Doch die Nazis werden nervös. Denn die Postkarten beweisen: Zivilcourage und Humanität lassen sich nicht ausrotten.

Falladas letzter Roman, der auf eine wahre Begebenheit zurückgeht, entwirft ein kraftvoll gezeichnetes, höchst plastisches Panorama einer zunehmend verrohten, moralisch enthemmten, egoistischen Gesellschaft. Auf ermutigende Weise zeigt er zugleich: Auch in einem totalitären System ist es möglich, standhaft zu bleiben, die Angst zu überwinden, gegen Ungerechtigkeit zu kämpfen und menschliche Würde zu bewahren.
Regie Annette Pullen Bühne Iris Kraft Kostüme Barbara Aigner Dramaturgie Christopher Hanf
3 STUNDEN, EINE PAUSE

MIT

als Anna Quangel
als Otto Quangel
als Enno Kluge / Kommissar Laub
als Kommissar Escherich / Säugling
als Trudel Baumann
als Karl Hergesell / Max Harteisen / Kuno-Dieter
als Emil Barkhausen / Erwin Toll
als Frau Rosenthal / Hete Häberle
als Kammergerichtsrat Fromm / Grigoleit / Obergruppenführer Prall / Richter Feisler
als Eva Kluge / Sprechstundenhilfe

Termine

https://www.hansottotheater.de/ Hans Otto Theater Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam

17:00 - 20:00 Großes Haus
16:30 Vorspiel
Karten
https://www.hansottotheater.de/ Hans Otto Theater Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam

19:30 - 22:40 Großes Haus
19:00 Vorspiel
Karten
Jeder stirbt für sich allein
Jeder stirbt für sich allein
Jon-Kaare Koppe, Katja Zinsmeister, Foto: Thomas M. Jauk
Jeder stirbt für sich allein
Hannes Schumacher, Nadine Nollau, Philipp Mauritz, Foto: Thomas M. Jauk
Jeder stirbt für sich allein
Arne Lenk, Jon-Kaare Koppe, Foto: Thomas M. Jauk
Jeder stirbt für sich allein
Andreas Spaniol, Rita Feldmeier, Jan Hallmann, Hannes Schumacher, Foto: Thomas M. Jauk
Jeder stirbt für sich allein
Nadine Nollau, Phillipp Mauritz, Foto: Thomas M. Jauk
Jeder stirbt für sich allein
Jan Hallmann, Rita Feldmeier, Foto: Thomas M. Jauk
Jeder stirbt für sich allein
v. links n. rechts: Katja Zinsmeister, Hannes Schumacher, Arne Lenk, Jon-Kaare Koppe, Rita Feldmeier, Nadine Nollau, Foto: Thomas M. Jauk
Jeder stirbt für sich allein
Andreas Spaniol, Foto: Thomas M. Jauk
Jeder stirbt für sich allein
Katja Zinsmeister, Laura Maria Hänsel, Foto: Thomas M. Jauk
Jeder stirbt für sich allein
Jon-Kaare Koppe, Katja Zinsmeister, Foto: Thomas M. Jauk
Jeder stirbt für sich allein
Jan Hallmann, Jon-Kaare Koppe, Foto: Thomas M. Jauk
Jeder stirbt für sich allein
Arne Lenk, Andreas Spaniol, Foto: Thomas M. Jauk
Jeder stirbt für sich allein
Katja Zinsmeister, Philipp Mauritz, Foto: Thomas M. Jauk
Jeder stirbt für sich allein
Hannes Schumacher, Laura Maria Hänsel, Foto: Thomas M. Jauk

"Die Intensität entsteht durch die Präzision des Spiels. Die Empfindungen der Figuren werden in der jeweiligen Situation kurz und knapp gezeigt, und das machen Katja Zinsmeister und Jon-Kaare Koppe ganz großartig, ebenso wie Arne Lenk als Kommissar, Laura Maria Hänsel als Trudel und Nadine Nollau als Briefträgerin. Trotz der Schlichtheit entsteht emotionale Intensität."
rbb kulturradio, Oliver Kranz
"Ein großes sinnliches und gedankliches Erlebnis."
Märkische Allgemeine, Lars Grote
"In Potsdam spielen Jon-Kaare Koppe und Katja Zinsmeister das Ehepaar Quangel. Sie machen das toll, einfache Leute sind sie, ein bisschen blässlich auf den ersten Blick, nach 30 gemeinsamen Jahren haben sie sich nicht mehr allzu viel zu sagen. Aber wie sie aufblühen, als der Plan erstmal gefasst ist, wie auch ihre Liebe dadurch neuen Schwung erhält, das entwickeln Jon-Kaare Koppe und Katja Zinsmeister sehr differenziert und berührend aus ihren Figuren heraus."
Berliner Morgenpost, Katrin Pauly