Terror

Ferdinand von Schirach
Der Bundeswehrpilot Lars Koch steht vor Gericht. Er hat ein Zivilflugzeug der Lufthansa, auf dem Weg von Berlin nach München mit 164 Menschen an Bord, abgeschossen. Warum? Das Flugzeug befand sich in der Gewalt eines Terroristen, der damit drohte, es über der vollbesetzten Münchner Allianz-Arena abstürzen zu lassen. Lars Koch war in einer Ausnahmesituation und hat gehandelt, 164 Menschen gegen 70 000 Menschen. Ist der Angeklagte schuldig oder nicht? Die Zuschauer müssen entscheiden. »Im Theaterstück rechtfertigt der Verteidiger das Töten damit, dass wir uns im Krieg befänden, und jetzt sprechen Politiker tatsächlich von Krieg … Es wird weitere Anschläge geben, weitere Morde, weiteren Schmerz. Und es wird schlimmer werden. Aber ich glaube an den gelassenen Geist unserer Verfassung, an ihre souveräne Toleranz und ihr freundliches Menschenbild. Es gibt keine Alternativen, wenn wir als freie Gesellschaft überleben wollen.« (Ferdinand von Schirach)
Ferdinand von Schirach, geboren 1964 in München, ist Rechtsanwalt und Autor. Er war über zwanzig Jahre lang als Strafverteidiger tätig, darunter für Prominente wie Günter Schabowski oder die Familie Klaus Kinski. Seine Erzählungsbände »Verbrechen« und »Schuld« sowie die Romane »Der Fall Collini« und »Tabu« sind Bestseller. Sein Debütstück »Terror«, im Herbst 2015 uraufgeführt, ist ein leidenschaftlich diskutierter Stoff, der die Grundwerte der bundesrepublikanischen Demokratie auf den Prüfstand stellt.

Die Abstimmungsergebnisse der Zuschauer-Schöffen aller bundesweiten Aufführungen von »Terror« werden vom Verlag Gustav Kiepenheuer Bühnenvertrieb dokumentiert und sind online einsehbar.
Inszenierung
Regie und Bühne
Kostüme
Dramaturgie
Besetzung
Vorsitzender
Lars Koch, Angeklagter
Biegler, Verteidiger
Nelson, Staatsanwältin
Christian Lauterbach, Zeuge
Franziska Meiser, Zeugin
Premiere 14. Oktober 2016
»Nur selten erlebt man im Theater solche Spannung wie hier vor der Urteilsverkündung. Andreas Rehschuh bringt einen intensiven Theaterabend auf die Bühne und regt die Zuschauer zur Diskussion an.«
Märkische Oderzeitung
»Hervorragende Schauspieler. Jonas Götzinger gibt einen Angeklagten, der zu jedem Zeitpunkt glaubhaft unter seiner Entscheidung leidet, auch wenn er sie weiter für richtig hält. Mit einem Ausbruch kurz vor den Plädoyers gelingt es ihm gar, die Zerrissenheit, die dem Stück innewohnt, auf nur wenige Sätze zu verdichten.«
Märkische Oderzeitung
»Unsere Moral ist keine verlässliche Größe. Sie trügt. Die Schauspieler lassen das Menschliche durchblitzen in diesem nüchternen, grell ausgeleuchteten, blendend weiß möblierten Raum.«
Potsdamer Neueste Nachrichten
»Andrea Thelemann ist fantastisch als Staatsanwältin: nüchtern und sachlich, trotzdem warmherzig. Keine penible Paragrafenreiterin, sondern jemand, der an das Recht glaubt, aus Liebe zur Menschheit.«
Potsdamer Neueste Nachrichten
»Eine eindrucksvolle Aufführung. Mit einem großartigen Bernd Geiling (als Vorsitzenden Richter) im Zentrum. Da stimmt jeder Ton, jede Nuance.«
Märkische Allgemeine Zeitung
»Denia Nironen als Zeugin schafft es auf beklemmende Weise, die Ratlosigkeit der Hinterbliebenen, die nicht wissen, wie sie mit dem Geschehenen fertig werden sollen, an das Publikum weiterzugeben. Christoph Hohmann als zweiter Zeuge zeigt pointiert das Funktionieren eines Militärs im Apparat der Zwänge.«
Märkische Allgemeine Zeitung
Freitag, 19.05.2017
Gastspiel
19:30 – 21:50
http://www.hansottotheater.de/
Hans Otto Theater
Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam
Zu Gast in Frankfurt/ Oder
Sonntag, 28.05.2017
Zum letzten Mal in dieser Spielzeit
18:00 – 20:20
http://www.hansottotheater.de/
Hans Otto Theater
Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam
Reithalle

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