Kruso

Lutz Seiler
Stück von Dagmar Borrmann nach dem gleichnamigen Roman
In einer Einrichtung für das Hans Otto Theater
Als seine Freundin bei einem Verkehrsunfall stirbt, schultert der Literaturstudent Edgar seine Tasche, schließt seine Wohnung ab und geht; er geht soweit weg wie möglich, in die entfernteste Ecke seiner Heimat, nach Hiddensee. Die Insel ist Grenzgebiet, er muß sich Arbeit und Unterkunft suchen, wenn er bleiben will. Beides findet er als Abwäscher in einem Ferienrestaurant. Dort trifft er auf eine sonderbare Gemeinschaft von Fernesuchern, Randexistenzen und Auserwählten – »Eskaas«, Saisonkräfte, wie er. Oberhaupt der Runde ist Alexander Krusowitsch, »Kruso«. Mit ihm verbindet Edgar bald eine widerspruchsvolle, ja rätselhafte Freundschaft. Kruso, der seine Schwester an das Meer verlor und die Insel seither nicht verlassen kann, lebt dafür, all jene vor dem Schritt über die letzte Grenze zu bewahren, die mit dem Sehnsuchtsblick hinüber nach Møn, zur anderen Seite der Welt, gekommen sind, jene, die er die »Schiffbrüchigen« nennt. Er liest sie abends, nach der letzten Fähre, zusammen, auf daß sie gespeist, gewaschen und behaust werden, zu sich finden und in neu gewonnener Freiheit auferstehen. Als sich am Ende dieses Sommers von 1989 die Grenzen öffnen, leert sich die Insel. Krusos Jünger entzweien sich, zerstreuen sich, ergeben sich den Heilsversprechen einer neuen Zeit. Nur Ed bleibt an seiner Seite. Ihm vermacht Kruso seinen Lebensauftrag: Finde meine Schwester …
Für »Kruso« erhielt Lutz Seiler 2014 den Deutschen Buchpreis und den Uwe-Johnson-Preis. Der 1963 in Gera geborene Lyriker und Prosaautor lebt alternierend in Wilhelmshorst bei Potsdam, wo er seit 1997 das Literaturprogramm im Peter-Huchel-Haus leitet, und in Stockholm.
Mit freundlicher Unterstützung
Inszenierung
Regie
Bühne / Kostüme
Dramaturgie
Besetzung
Krombach / Rommstedt / Wächter
Rimbaud
Koch-Mike
Rick / Mann mit Heliomaticbrille
G. / Cleo / Verrückter Junge
Premiere 15. Januar 2016
»(Kruso) ist ein Schamane und Raphael Rubino ist darin grandios. Mit seinem Körper und wenigen Worten macht er Krusos Schmerz und Großherzigkeit für alle greifbar.«
Potsdamer Neueste Nachrichten
»Regisseur Elias Perrig gibt dem Roman eine eigene, eine unverwechselbar theatralische Realität. (Mit einem) Ensemble, das hier zu Hochform aufläuft.«
rbb Kulturradio
Juni 2016 Sonntag 5.
Sonntag, 05.06.2016
Zum letzten Mal in dieser Spielzeit
19:30 – 21:30
Neues Theater
13 - 33 €