Heilig Abend

Daniel Kehlmann
»Es muss schwierig sein, in die Privatsphäre eines Menschen einzudringen. Weil es so ein schwerwiegendes Eindringen ist. Weil es so verstörend ist. Wie sollen wir ohne Privatsphäre frei und offen diskutieren? Was nützt uns das Recht auf freie Meinungsäußerung, wenn es nicht geschützt wird?« (Edward Snowden) Heilig Abend. 22:30 Uhr. Einfaches Setting: ein Tisch, zwei Stühle, ein Telefon. Der Ermittler Thomas verhört die Philosophieprofessorin Judith. Sie steht unter Verdacht, gemeinsam mit ihrem Ex-Mann einen terroristischen Anschlag geplant zu haben. Die Zeit drängt, denn die Bombe soll Thomas’ Informationen nach um Mitternacht explodieren. Der Terroreinsatzplan ist bereits vor Stunden in Kraft getreten: Die ganze Stadt ist in Alarmbereitschaft. Wo waren Sie gestern Abend? Wo wären Sie heute, Heilig Abend, wenn wir Sie nicht verhaftet hätten? Thomas stellt Fragen, deren Antworten er bereits kennt. Er weiß um Judiths Beruf, ihre familiäre Situation, die Affären ihres Ex-Mannes, ihren verheirateten Liebhaber … Doch wie ist das möglich? Warum kennt sich Thomas so detailliert in Judiths Leben aus? Was weiß der Staat über Privatpersonen? Und: Gibt es die Bombe überhaupt? Ein hartes Duell zweier wacher Geister beginnt.
Das neue Stück des Erfolgsautors Daniel Kehlmann (»Die Vermessung der Welt«) ist ein spannender Thriller mitten aus der Gegenwartsdebatte um Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, innere Sicherheit, ihren Auftrag und ihre Grenzen.
Inszenierung
Regie / Bühne
Kostüme
Dramaturgie
Besetzung
Thomas
Premiere 12. April 2018
»Die Konstellation sorgt für Spannung. Das lässt sich als Psychothriller sehen, als Wort-Duell zweier starker Charaktere. Aber es ist mehr: Das raffiniert gebaute Stück wirft nämlich brisante Grundfragen unserer Gesellschaft auf. – Marianna Linden und Arne Lenk gelingt es mit feinster Körpersprache und facettenreichem Sprechen die Zerrissenheit der Charaktere deutlich zu machen. Ein Abend, der lange nachwirkt. – Großartig.«
rbb Kulturradio
»›Heilig Abend‹ untersucht das Wanken des Rechtsstaats (in Zeiten des Terrors). (…) ›Heutzutage bringen die Leute die Mikrophone selbst mit nach Hause.‹ Es sind Sätze wie diese, die sich einprägen, die zeigen warum ein Theater, das am Puls aktueller Themen und gesellschaftlicher Dilemmata sein will, dieses Stück in den Spielplan genommen hat.«
Potsdamer Neueste Nachrichten
»Ein Stück wie ein Schachspiel, gedanklich verkrallen sich
(Judith und Thomas) immer fester.«
Märkische Allgemeine Zeitung
»Arne Lenk spielt die Bipolarität (des Ermittlers Thomas) auf beeindruckende Weise. (…) Marianna Linden spielt Judith mit Feuer für ihre Thesen, mit Wut und viel feinem Gespür für Spott.«
Potsdamer Neueste Nachrichten