Uraufführung

Gehen und Bleiben

Maxi Obexer
Ein Theaterstück über Flucht und Heimat,
basierend auf Erfahrungen der Mitwirkenden
Unsere Welt ist in Bewegung. Immer mehr Menschen verlassen ihre vertraute Umgebung, ihren angestammten Kulturkreis und suchen ein neues Zuhause in der Fremde – weil sie zur Flucht gezwungen sind oder aus anderen Gründen auswandern wollen. Mit diesem Theaterabend interessieren wir uns für die Geschichten und Erlebnisse derjenigen, die sich auf den Weg gemacht haben, aber auch derjenigen, die zurückgeblieben sind in den Herkunftsländern. Wie verändert das Leben in einer ganz neuen Welt den Blick auf das alte Ich, die alten Freunde, die liebsten Menschen, die Familie? Auf alles, was einem kostbar war: Tiere, Pflanzen, Dinge, Orte? Welche Träume, Traumata und Sehnsüchte tragen die Auswanderer mit sich? Welche Brüche, Kontinuitäten, Verletzungen und Schwierigkeiten gibt es zwischen denen, die gegangen, und denen, die geblieben sind? Am Anfang unseres Projekts stand eine Phase der Recherche: Die Beteiligten – Flüchtlinge und Auswanderer, die aus Syrien, Israel, Mazedonien, Frankreich, Russland und dem Iran stammen – haben von ihren persönlichen Erfahrungen berichtet. Die Autorin Maxi Obexer hat darauf die Gespräche in ein Theaterstück verwandelt, das auf überraschende, irritierende, heitere und traurige Weise davon erzählt, was es heißt, die Heimat zu verlassen und in der Fremde neu anzufangen.

Das Ensemble
wird hier vorgestellt.

Eintritt
10 Euro, ermäßigt 5 Euro
Geflüchtete erhalten bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises freien Eintritt.

Besucherhinweis
Die Vorstellung findet überwiegend in deutscher Sprache statt, mit englischen und arabischen Textpassagen. Die gesamte Inszenierung wird deutsch übertitelt.
Die Vorstellung dauert ca. 90 Minuten.

»Verbindungslinien in die Heimat«

Mit freundlicher Unterstützung
Inszenierung
Bühne / Kostüme
Dramaturgie
Theaterpädagogik
Susanne Hoss
Besetzung
Premiere 17. März 2017
»Dass das Theater voll und ganz da ist, dass vom Haus am Tiefen See bereichernde Beiträge zum Potsdamer Stadtgeschehen zu erwarten sind – davon zeugt auch das Stück ›Gehen und Bleiben‹. – Ein starkes Thema, ein starker Text.«
Potsdamer Neueste Nachrichten
»Um dramatische Fluchtgeschichten geht es in ›Gehen und Bleiben‹ nicht. Sondern um die interessante Frage, wie man in der neuen Heimat Kontakt zur alten hält. Das ist der Bogen, der die Szenencollage über die unterschiedlichen Herkunftsländer und Migrationsmotive hinweg zusammenhält. (…) Maxi Obexer, die oft dezidiert politische Stücke schreibt, hält sich hier mit Botschaften angenehm zurück. Sie erzählt leicht und ironisch von dem seltsamen Ding, das wir Heimat nennen.«
Süddeutsche Zeitung
»Kann man die Ängste und Hoffnungen begreifen, die Unsicherheiten, zugleich die Erleichterungen über die geglückte Flucht? Die Inszenierung ›Gehen und Bleiben‹ vermag immerhin eine Ahnung zu vermitteln. Sie lehrt zuzuhören, ohne das Gehörte sofort mit Meinungen und Urteilen zu verstellen, ohne es in die handelsüblichen Bilder einzuklinken. (…) Auch davon erzählt dieser Abend: Integration ist kein Zustand, es ist für alle und jeden der stets neue Versuch, einander zu begreifen, sich ohne fertige Meinungen und Bilder zu begegnen.«
Berliner Zeitung
»Das Flüchtlingsstück ›Gehen und Bleiben‹ erzählt auf zarte Weise, was es bedeutet, zwischen zwei völlig verschiedenen Welten zu leben.«
Potsdamer Neueste Nachrichten
»Die Erinnerungen und Gefühle der Flüchtlinge (sind) in Theaterszenen übersetzt worden, die bewusst nicht Authentizität behaupten, – auch wenn sie auf der Grundlage von wahren Erlebnissen und Gefühlen entstanden. Hier werden Rollen gespielt und Haltungen kommentiert, – und das mit ernsthaftem Witz und deutlichem Wirkungsbewusstsein. Es gibt Szenen, die aus den Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache und dem Integrationstest zugleich absurdes Theater entwickeln wie auch existentielle Probleme vermitteln.«
Märkische Oderzeitung
»Es gehört zur größten Stärke dieses Abends, dass hier Sprachen auf die Bühne kommen, die man im Potsdamer Alltag oft hört – Hebräisch, Arabisch, Russisch, Französisch, Englisch. Angélique Préau singt allein in drei von ihnen, und sorgt – ein zarter Höhepunkt des Abends – bei einem arabischen Lied für Mitsingen und Szenenapplaus. Was mindestens ebenso schön ist: Der auf Deutsch gesprochene Text zeigt durch die unterschiedlichsten Akzente, dass es nicht nur ein Deutsch gibt. Sondern, je nachdem, wer spricht, ein rollendes, kantiges, schwebendes oder verhauchtes Deutsch.«
Potsdamer Neueste Nachrichten
»Die Inszenierung von Clemens Bechtel unterläuft die Techniken des vorschnellen Mitleids, sie sucht dankenswerterweise nicht die Beglaubigung durch plane Authentizität. Das verhindert, dass die Darsteller auf ihre Fluchterfahrungen reduziert werden (…). Man hört vielmehr von den Schuldgefühlen, wenn ein Vater flieht und seine Familie im Krieg zurücklässt, von der Scham, ein kleines Kind den Gefahren einer Flucht ausgesetzt zu haben. Man hört es jedoch immer so, dass die Geschichten durchlässig auch für jene werden, die keine Fluchterfahrungen machen mussten. Das ist der zurückhaltenden Regie zu danken. Die 90 Bühnenminuten wollen weder moralisch noch politisch überrumpeln. Sie wollen, dass man zuhört.«
Berliner Zeitung