Die Netzwelt

Jennifer Haley
Deutsch von Michael Duszat
Das »Refugium« ist ein künstlicher Kosmos, ein Wunderland im virtuellen Raum. In höchster Intensität sinnlich erfahrbar, verführerisch schön. Möglich wurde es durch eine Weiterentwicklung des Internets in naher Zukunft. Wer hier eintritt, streift die Fesseln der Realität ab. Die Welt wird Gefühl. Alles ist erlaubt. Ein Verschlüsselungscode sorgt dafür, dass Körper und Personen aus der Wirklichkeit keine Rolle mehr spielen. Das Ich ist ein anderer. Völlig losgelöst von moralischen und physischen Schranken, folgen die Besucher ihrem Begehren. Doch dieses Begehren hat eine finstere Seite: Virtuelle Kinder dienen als Objekte für extreme Sex- und Gewaltphantasien. Eine junge Agentin wird auf den Geschäftsmann Mr. Sims angesetzt, der das dunkle Paradies erfunden hat. Als sie ihn zu stellen vermag, verteidigt er sein Projekt: Indem die abgründigen Neigungen der Menschen im Refugium ausgelebt werden könnten, bleibe die reale Welt davon verschont. Außerdem geschehe ja alles im Einverständnis der Beteiligten, ohne Konsequenzen für die Wirklichkeit. Doch der Traum von der totalen Freiheit verwandelt sich in einen Alptraum.
Das Stück ist eine Reise zu den Wurzeln unseres Bewusstseins und zugleich ein philosophischer Krimi. Es begibt sich in eine Tabuzone und verhandelt so Fragen, die im gegenwärtig anbrechenden virtuellen Zeitalter an Dringlichkeit gewinnen: Was ist Realität? Kann es ein Ich ohne Körper geben? Was wird aus den Beziehungen in der Wirklichkeit, wenn man sich zunehmend in der Netzwelt aufhält? Wie umgehen mit unseren düsteren Obsessionen? Können Phantasien strafbar sein?

Überlegungen zur Thematik des Stückes
von Regisseur Alexander Nerlich und
Bühnenbildner Wolfgang Menardi

Inszenierung
Kostüme
Musik / Sounddesign
Choreografie
Jasmin Hauck Cecilia Wretemark
Dramaturgie
Theaterpädagogik
Besetzung
Premiere am 24. November 2017
»Fulminante Premiere. Sinnlich, visuell betörend und intellektuell so wach und aufregend, dass (die Zuschauer) nach 90 Minuten mit den Füßen trampeln. Vor Entzückung. Und Verstörung.«
Märkische Allgemeine Zeitung
»So brillant von Regisseur Alexander Nerlich inszeniert, dass sich eine Sogwirkung einstellt, der es sich zu entziehen schwer fällt. (…) Schauspielerisch außergewöhnlich gut.« 
Potsdamer Neueste Nachrichten
»Ein umjubelter Premierenabend. – Mit ›Die Netzwelt‹ hat das Hans Otto Theater einen Stoff auf die Bühne gebracht, der nach Science-Fiction klingt, aber klar aus einem dystopischen Weiterdenken der digitalen Gegenwart herrührt. Zu was sind Menschen fähig, wenn sie sich scheinbar in anonymer Sicherheit wähnen, nicht sie selbst sind? – sehr sehenswert!«
Kultursegler
Dezember 2017 Freitag 15. Mittwoch 27.
Januar 2018 Samstag 20.
Freitag, 15.12.2017
19:30 – 21:00
http://www.hansottotheater.de/
Hans Otto Theater
Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam
Reithalle
23 €
Mittwoch, 27.12.2017
19:30 – 21:00
http://www.hansottotheater.de/
Hans Otto Theater
Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam
Reithalle
23 €
Samstag, 20.01.2018
19:30 – 21:00
http://www.hansottotheater.de/
Hans Otto Theater
Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam
Reithalle
23 €