Das schwarze Wasser

Roland Schimmelpfennig
Am Anfang steht der nächtliche Ausflug ins Freibad. Beim verbotenen Schwimmen treffen zwei junge Gruppen aufeinander, Deutsche die einen, Türken die anderen. Die anfänglichen Spannungen sind
schnell überwunden, gemeinsam geht es »durch die Sterne«, und neun junge Leben berühren einander in einem magischen Moment, übervoll von Zauber, der alles Trennende zu vereinen scheint. Aus Frank, Leyla, Cynthia, Murat, Freddi, Karim, Olli, Aishe und Kerstin werden Freunde und Paare. Zwanzig Jahre später sind die Deutschen in der Mitte der Gesellschaft angekommen, sind Anwälte, Zahnärzte, Politiker und Schuldirektorinnen; ihre türkischen Gegenüber sind am Rand geblieben, wo sie waren: als Imbißbesitzer, Zahnarztassistentinnen und Kassiererinnen im Supermarkt. Die Lebensgeschichten haben sich getrennt, die Freundschaften entflochten, die Deutschen sind unter sich geblieben. In diesem Sommer, zwanzig Jahre danach, begegnen zwei sich wieder …
Roland Schimmelpfennig zählt zu den erfolgreichsten Gegenwartsdramatikern. In einer unvergleichlich poetischen Sprache stellt er eine Jugend voller Hoffnung einer Gesellschaft gegenüber, die sich gegen Andere und Anderes hermetisch abschottet und damit Gefahr läuft, ihre Chancen und Potentiale zu verspielen.

Mit freundlicher Unterstützung
Inszenierung
Regie
Bühne und Kostüme
Dramaturgie
Besetzung
Premiere 18. September 2015
»Dem Schweizer Regisseur Elias Perrig gelingt hier eine erstaunlich schwingende, ästhetisch wie spielerisch lebhafte Inszenierung. Ich habe gestaunt, mit welcher Leichtigkeit sich die Spieler die Texte zuspielen. […] Perrig lässt sie, in ihren parallelen Welten, alle den richtigen Ton, den passenden Blick finden.«
rbb Kulturradio
»Auf der Bühne ist das ein ungemein konzentriertes, uneitles, szenisch zurückgenommenes und darstellerisch starkes Unterfangen, mit viel Luft für die poetische, manchmal auch komische Komponente des Textes. Die sieben ausgeruht-spielwütigen Spieler schlüpfen wechselnd in die neun Rollen. Männer sprechen Frauen, Frauen Männer, die Jüngeren im Ensemble sprechen Eltern und Lehrer, die Älteren sprechen die Jugend. Das macht es nicht immer einfach, den verschiedenen erzählerischen Ebenen zu folgen, aber in seiner Loslösung von den repräsentativen Gepflogenheiten und Zwängen im Theater ist es stimulierend, vielleicht sogar wegweisend.«
Potsdamer Neueste Nachrichten