Das goldene Vlies

Franz Grillparzer
Raub und Mord stehen am Anfang dieser großen mythischen Erzählung: Um sich des kostbaren goldenen Vlieses zu bemächtigen, tötet König Aietes den Griechen Phryxus, der als Schutzsuchender zu ihm ins ferne, unwirtliche Kolchis geflohen war. Seine schöne, wilde Tochter Medea, begabt mit magischen Kräften, muss ihm bei der Bluttat zur Hand gehen. Jahre später segelt der junge griechische Held Jason nach Kolchis, um das heilige Widderfell in seine Heimat zu holen. Als er Medea begegnet, sind beide wie vom Blitz getroffen: Es ist die große Liebe, ein rauschhaftes Glück über die Verschiedenheit ihrer Herkünfte hinweg. Er schwört ihr ewige Treue. Sie hilft ihm, das Vlies in seinen Besitz zu bringen, verrät dafür ihren Vater und wird mitschuldig am Tod des Bruders. Das ungleiche Paar flieht hinaus aufs offene Meer und bittet um Asyl bei König Kreon. Doch hier, in der zivilisierten Welt, begegnet man Medea, der Fremden, der Ausländerin, mit Misstrauen und Abscheu. Für Jason wird sie zu einer Last. Also sagt er sich von ihr los. Medea – verstoßen, betrogen und abgeschnitten von der Heimat – nimmt auf fürchterliche Weise Rache.
Grillparzers Version des mythischen Stoffes weist voraus auf die zentralen Konflikte unserer Zeit: Es geht um den endlosen Kreislauf der Gewalt, um Fremdsein, Zerrissenheit, Ausgrenzung, den Zusammenprall der Kulturen sowie um eine leidenschaftliche Liebesgeschichte, die als Ehetragödie endet.


Mit freundlicher Unterstützung
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Musik+Sounddesign
Choreografie
Alice Gartenschläger
Video
Lisa Katzwinkel
Dramaturgie
Besetzung
Phryxus/ Kreon
Aietes
Peritta/ Kreusa
Absyrtus
Die junge Medea
Renée Carlotta Gerschke Clara Sonntag
Medeas und Jasons Kinder
Heinrich Poloni/Lennart Kotte Jaro Watzke/Jannik Johannsen
Premiere 3. Februar 2017
»Marianna Linden als Medea und Florian Schmidtke in der Rolle des Jason haben (…) sehr bezwingende Momente, wenn sie in kammerspielartigen Szenen einer zerrütteten Ehe spielen, dabei leise bleiben, verhalten, und gerade deshalb stark.«
rbb Kulturradio
»Eine assoziationsstarke Inszenierung.«
rbb Inforadio
»Ein echtes Titanenpaar sind Marianna Linden und Florian Schmidtke (als Medea und Jason) hier, die sich ineinander verkeilen und verbeißen, dass es eine kampfchoreografische Freude ist. Ganzkörperschauspieler, die verbal und körperlich miteinander ringen.«
Berliner Morgenpost
»Eine beeindruckende Inszenierung.«
Märkische Oderzeitung
»›Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht‹, sagt Medea am Schluss. (Alexander) Nerlichs hochpräzise Inszenierung ist klug genug, uns nicht zu sagen, von welcher Nacht hier die Rede ist. Aber der große Ernst, die große Dringlichkeit, mit der Nerlich vorgeht, zeigt: Diese Nacht geht uns an. Ein selten intensiver, selten aufrichtiger, selten bestürzender Theaterabend.«
Potsdamer Neueste Nachrichten
»Alexander Nerlich (spitzt) den Kontrast der Welten so zu – und positioniert sich mit seinem aseptischen Zivilisationsalbtraum klar gegen Europas Abschottung.«
Berliner Morgenpost
November 2017 Samstag 4.
Samstag, 04.11.2017
19:30 – 22:20
http://www.hansottotheater.de/
Hans Otto Theater
Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam
Neues Theater