Uraufführung

Abend über Potsdam

Lutz Hübner
Ko-Autorin Sarah Nemitz
Die deutsche Demokratie ist in der Krise. Millionen fühlen sich ausgeschlossen, wirtschaftlich, sozial, politisch. Eine junge rechte Bewegung trägt die politische Aktion auf die Straße: die Nationalsozialisten. Im September 1929 sammelt die Berliner Malerin Lotte Laserstein fünf Bekannte und fährt mit ihnen und einer Holztafel nach Potsdam. Auf einem Balkon gruppiert sie ihre Modelle mit Blick über die Stadt. Mit dabei sind ihre Freundin Traute Rose und deren Mann, der als Dramaturg an einem Theater arbeitet, ein Journalist, eine Telefonistin und eine junge Frau aus dem Berliner Scheunenviertel. In den kommenden Monaten, während der Atelierarbeit am Bild, verändert sich die Stimmung draußen. Mit ihr verändert sich auch das Denken in der Gruppe. Jeder versucht, seine politische Position zu finden. Haltungen kristallisieren sich heraus: Abwarten, Ignoranz, Begeisterung oder Widerstand. Lotte Laserstein malt. Sie malt ein Bild, das den Zusammenbruch des bürgerlichen Zeitalters in Gewalt und Vernichtung vorausahnen läßt. Es ging unter dem Titel »Abend über Potsdam« in die Kunstgeschichte ein. Der vielfach preisgekrönte Autor Lutz Hübner und seine Ko-Autorin Sarah Nemitz schrieben das gleichnamige Stück im Auftrag des Hans Otto Theaters, ein Stück voller brisanter Analogien zu unserer Gegenwart.

Mit freundlicher Unterstützung
Inszenierung
Kostüme
Musik/ Komposition
Dramaturgie
Besetzung
Lotte Laserstein, Malerin
Traute Rose, Angestellte
Ernst Rose, Dramaturg
Bodo Imhoff, Journalist
Lise Henkel, Telefonistin
Maria Goldmann, Modell
Premiere 7. April 2017
»Betrachtet man das Bild mit heutigen Augen, erscheint es wie die unglaublich hellsichtige Bestandsaufnahme einer Zeit im Umbruch, in der sich die Menschen verändern, verlaufen, verhärten. Lutz Hübner und Sarah Nemitz erzählen dies in einer subtil ausformulierten, chronologischen Szenenfolge, die mit den ersten Skizzen 1929 beginnt (…). Gezeichnet sind die Figuren zum Glück nicht in Schwarz und Weiß, sondern mit berührend vielschichtigen Zwischentönen.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Regisseurin Isabel Osthues gibt den Figuren Raum zum Atmen, es stehen Menschen und keine Stereotypen auf der von Jeremias Böttcher gestalteten Bühne. Eine historisch grundierte Bildinterpretation, eine von vielen möglichen. Auf jeden Fall eine kurzweilige.«
Berliner Morgenpost
»So bewundernswert es den Autoren gelungen ist, alles Plakative zu vermeiden, so behutsam, genau und ohne Furcht vor Empathie entwickelt Isabel Osthues ihre schöne, gelassene, geduldig den diskursiven Windungen folgende Inszenierung.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Lutz Hübner und Sarah Nemitz haben das wirklich schöne, starke Thema sicher im Griff (und) Isabel Osthues folgt dem klaren, konzentrierten Text.«
Deutschlandfunk
»So folgt man dem Abend und lässt sich von seinen Geschichten anziehen. Zu verdanken ist das wesentlich auch dem Ensemble. (…) Lutz Hübner, Sarah Nemitz, Isabel Osthues und das Ensemble (erzählen) auch eine Künstlergeschichte: wie da jemand im Schaffensprozess eines Werkes immer wieder zweifelt, manchmal auch verzweifelt. Ein Werk, das entsteht, während drum herum die Welt in Stücke geht.«
Nachtkritik
Oktober 2017 Freitag 27.
November 2017 Freitag 3.
Freitag, 27.10.2017
19:30 – 21:30
http://www.hansottotheater.de/
Hans Otto Theater
Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam
Neues Theater
13 - 33 €
Freitag, 03.11.2017
19:30 – 21:30
http://www.hansottotheater.de/
Hans Otto Theater
Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam
Neues Theater
13 - 33 €