Terror

Ferdinand von Schirach
Der Bundeswehrpilot Lars Koch steht vor Gericht. Er hat ein Zivilflugzeug der Lufthansa abgeschossen, das mit 164 Menschen an Bord auf dem Weg von Berlin nach München war. Warum? Das Flugzeug befand sich in der Gewalt eines Terroristen, der damit drohte, es über der vollbesetzen Münchner Allianz-Arena abstürzen zu lassen. Lars Koch war in einer Ausnahmesituation und hat gehandelt, 164 Menschen gegen 70 000 Menschen. Ist der Angeklagte schuldig oder nicht? Die Zuschauer müssen entscheiden. In diesem viel diskutierten Theaterstück stellt der Autor die Grundwerte der bundesrepublikanischen Demokratie auf den Prüfstand.
»Im Theaterstück rechtfertigt der Verteidiger das Töten damit, dass wir uns im Krieg befänden, und jetzt sprechen Politiker tatsächlich von Krieg … Es wird weitere Anschläge geben, weitere Morde, weiteren Schmerz. Und es wird schlimmer werden. Aber ich glaube an den gelassenen Geist unserer Verfassung, an ihre souveräne Toleranz und ihr freundliches Menschenbild. Es gibt keine Alternativen, wenn wir als freie Gesellschaft überleben wollen.« (Ferdinand von Schirach)

Die Abstimmungsergebnisse der Zuschauer-Schöffen aller bundesweiten Aufführungen von »Terror« werden vom Verlag Gustav Kiepenheuer Bühnenvertrieb dokumentiert und sind online einsehbar.
Inszenierung
Regie und Bühne
Kostüme
Dramaturgie
Besetzung
Vorsitzender
Lars Koch, Angeklagter
Biegler, Verteidiger
Nelson, Staatsanwältin
Christian Lauterbach, Zeuge
Franziska Meiser, Zeugin
Premiere 14. Oktober 2016
»Nur selten erlebt man im Theater solche Spannung wie hier vor der Urteilsverkündung. Andreas Rehschuh bringt einen intensiven Theaterabend auf die Bühne und regt die Zuschauer zur Diskussion an.«
Märkische Oderzeitung
»Hervorragende Schauspieler. Jonas Götzinger gibt einen Angeklagten, der zu jedem Zeitpunkt glaubhaft unter seiner Entscheidung leidet, auch wenn er sie weiter für richtig hält. Mit einem Ausbruch kurz vor den Plädoyers gelingt es ihm gar, die Zerrissenheit, die dem Stück innewohnt, auf nur wenige Sätze zu verdichten.«
Märkische Oderzeitung
»Unsere Moral ist keine verlässliche Größe. Sie trügt. Die Schauspieler lassen das Menschliche durchblitzen in diesem nüchternen, grell ausgeleuchteten, blendend weiß möblierten Raum.«
Potsdamer Neueste Nachrichten
»Andrea Thelemann ist fantastisch als Staatsanwältin: nüchtern und sachlich, trotzdem warmherzig. Keine penible Paragrafenreiterin, sondern jemand, der an das Recht glaubt, aus Liebe zur Menschheit.«
Potsdamer Neueste Nachrichten
»Eine eindrucksvolle Aufführung. Mit einem großartigen Bernd Geiling (als Vorsitzenden Richter) im Zentrum. Da stimmt jeder Ton, jede Nuance.«
Märkische Allgemeine Zeitung
»Denia Nironen als Zeugin schafft es auf beklemmende Weise, die Ratlosigkeit der Hinterbliebenen, die nicht wissen, wie sie mit dem Geschehenen fertig werden sollen, an das Publikum weiterzugeben. Christoph Hohmann als zweiter Zeuge zeigt pointiert das Funktionieren eines Militärs im Apparat der Zwänge.«
Märkische Allgemeine Zeitung