Peer Gynt

Henrik Ibsen
Deutsch von Angelika Gundlach
Vaterlos aufgewachsen, wird Peer jung vom Träumen erfaßt. Seine Heimat kann ihm nichts bieten, er will hinaus ins Weite, er fühlt sich zu Höherem geboren. Auch seiner leidgeprüften Mutter Aase wächst er davon; sie muss ihn ziehen lassen. Draußen im Dorf entführt Peer zunächst die reiche Braut Ingrid von ihrer Hochzeitsfeier weg. Nun kann er sich bei den Leuten nicht mehr blicken lassen. Doch Ingrid ist nicht seine Frau fürs Leben, und so bricht er bald wieder auf, diesmal ins fantastische Reich der rüpelhaft-schweinischen Trolle, das bei aller Eigenart seinem Dorf auf frappierende Weise zu gleichen scheint. Auch dort fällt er aus dem Rahmen und muss weiterfliehen, und nun wird die ganze Welt sein Feld. Da Skrupel ihm immer fremd waren, erwirbt er als Kapitalist und Reeder, Sklaven- und Waffenhändler, Goldsucher und Prophet märchenhaften Reichtum, um doch alles wieder zu verlieren und zuletzt im Irrenhaus zu landen. Am Ende kehrt Peer alt und leer in seine Heimat zurück. Dort erwartet ihn bereits der Wiegemeister der Seelen, der Knopfgießer, und zwingt ihn, über sein Leben Rechenschaft abzulegen. Dort erwartet ihn aber auch Solvejg, die Frau, die ihn dereinst liebte …
In seinem vielleicht kühnsten Stück durchmaß Henrik Ibsen 1867 ganze Welten, um all das zu fassen, was den Menschen in seinem Selbst ausmacht. Sein egomanischer Held Peer Gynt ist der Prototyp des modernen Menschen: rastlos, leer, getrieben vom unstillbaren Verlangen nach Entgrenzung und Triumph, strebend nach Besitz und Befriedigung, doch ohne Kern und ohne Substanz.

Nominiert für den Friedrich-Luft-Preis 2016
der Berliner Morgenpost
Inszenierung
Bühne / Kostüme
Musik / Sounddesign
Choreografische Mitarbeit
Alice Gartenschläger
Dramaturgie
Besetzung
Peer Gynt / Fremder Passagier / Knopfgießer
Peer Gynt / Krummer / Hässlicher Junge
Ingrid / Frau / Anitra
Haeggstadbauer / Dovre-Alter / Monsieur Ballon
Aslak / Master Cotton / Troll
Mads Moen / Herr von Eberkopf / Troll
Premiere 23. April 2016
»Alexander Nerlich zeigt Henrik Ibsens frühes Drama mit großartigem Protagonisten als schwarz-romantische Fabel. (…) Ein großer Abend.«
nachtkritik
»Alexander Finkenwirth zeichnet Peer als hitzigen Brausekopf, als rabiaten Draufgänger und dreisten Märchenerzähler. Bernd Geiling gibt den Peer als sich vor seinem Reichtum ekelnden, vom Leben verbitterten und verhärmten Melancholiker. Es ist eine wahre Freude, diesen beiden Schauspielern auf ihren Abenteuern durch die Welt zu folgen.«
rbb Kulturradio
»Liebloser, Frauenverlasser, Muttersöhnchen: Alexander Finkenwirth bringt seinen Peer Gynt auf den Punkt: lebenshungrig und tierisch. Rita Feldmeier (als Aase) rügt und kost ihren geliebten Peer im Wechsel. Ist rüde und zart, verbittert und kindlich. Als es für die alte Frau ans Sterben geht, lügt Peer ihr einen schönen Tod herbei: eine Kutschfahrt bis an Petrus‘ Himmelspforte. Einen zarteren, rührenden Bühnentod hat man selten gesehen.«
Potsdamer Neueste Nachrichten
»Hier stimmt einfach alles: die zupackende Regie (Alexander Nerlich), die perfekte Bühne, die sparsam akzentuierte Musik, die großartige Neu-Übersetzung. Und natürlich und vor allem: die großartigen Schauspieler. Neben Alexander Finkenwirth und Bernd Geiling als doppelter Peer erleben wir eine schelmenhafte Rita Feldmeier als Mutter Aase, eine traumwandlerische Franziska Melzer als Solvejg , und schließlich ein wunderbar-wandelbares Vierergespann (Denia Nironen, Michael Schrodt, Eddie Irle, Philipp Mauritz) in unzähligen Rollen und Kostümen. Wen diese Inszenierung nicht berührt, bewegt, verzaubert, traurig und froh macht, dem ist nicht zu helfen.«
rbb Kulturradio
»Mit äußerster Intensität hat sich das Ensemble Ibsens Sprache erschlossen. Vor allem Rita Feldmeier als Mutter Aase pendelt effektvoll zwischen den Polen. Ihre Dialoge mit dem erstaunlich klar spielenden Alexander Finkenwirth, die in ihrer ergreifenden Sterbeszene gipfeln, werden zum Herzstück der Aufführung.«
Märkische Allgemeine Zeitung
Juni 2016 Freitag 3.
Freitag, 03.06.2016
Zum letzten Mal in dieser Spielzeit
19:30 – 22:15
Neues Theater
13 - 33 €