Katzelmacher

Rainer Werner Fassbinder
Koproduktion mit der Filmuniversität Babelsberg »Konrad Wolf«
Ein Münchener Vorort in den 1960er Jahren: Die Jugend hier ist von Beschäftigung, Wohlstand und Wachstum radikal abgekoppelt. Ihr Leben wird bestimmt von Langeweile, Überdruss und stupider Sprachlosigkeit. Man hängt in der Gruppe ab, schläft, säuft, streitet miteinander, führt üble Nachrede, ödet sich an, geht reihum zusammen und wieder auseinander. Die Männer träumen vom großen Geld, von Potenz und Macht. Die Frauen wollen Schlagersterne werden, mit dem Mann fürs Leben in den Süden gehen oder rein bleiben, bis der Prinz kommt. Endstation. Tristesse. Alle warten. Sie erwachen abrupt, als ein Fremder erscheint: Jorgos, ein Gastarbeiter in der Wundertütenfabrik, ein griechischer Gott – eine Bedrohung auf dem sexuellen und dem Erwerbsmarkt. Der Fremde in ihrer Mitte stellt die eingespielte Ordnung in Frage. Er weckt das Begehren der Frauen und den Neid der Männer. Er wird zur Projektionsfläche der Sehnsüchte und Aggressionen, die Frustration der Verlierer findet ein Ziel. Als sich auch noch Marie, die Freundin von Erich, in den Griechen verliebt, eskaliert die Situation …
Als Rainer Werner Fassbinder 1968 »Katzelmacher« schrieb, waren die ersten »Gastarbeiter« gerade im westdeutschen Wirtschaftswunderland angekommen. Schon sein frühes Stück formuliert die Argumente und Konflikte, denen sich die europäischen Einwanderungsgesellschaften auch gegenwärtig zu stellen haben. Für den Ausnahmekünstler Fassbinder wurde sein modernes Volksstück zum Durchbruch als Autor und Regisseur.
Koproduktion mit der Filmuniversität Babelsberg »Konrad Wolf«, Studioinszenierung des 3. Studienjahrs Schauspiel.
Inszenierung
Regie / Bühne
Kostüme
Dramaturgie
Besetzung
Gunda
Marie
Ingrid
Paul
Aaron Karl
Erich
Justus Johanssen
Franz
Alexander Sehan
Premiere 10. Dezember 2015
»Das Bühnenbild von Andreas Rehschuh ist eine Augenweide mit seiner bis ins Detail genauen Schwarz-Weiß-Ästhetik.«
Potsdamer Neueste Nachrichten
»Eine eindrucksvolle Gesamtleistung.«
Märkische Allgemeine Zeitung