Drei Schwestern

Anton Tschechow
Aus dem Russischen von Ulrike Zemme
Sie sitzen in der Provinz und feiern Geburtstag: die drei Schwestern. Ein fröhlicher Tag ist das nicht, denn heute vor einem Jahr ist ihr Vater gestorben, Chef der hiesigen Garnison. Moskau ist weit, die Jugend- und Kinderjahre in der golden leuchtenden Hauptstadt sind zu schimmernden Schemen verblaßt. Geblieben ist der Traum vom Leben, das Ort, Sinn und Zukunft hat, alles, was einem zusteht; einem Leben, das lohnt. Geblieben ist auch das Militär im Städtchen, mit seinen Typen, Karrieren und Ritualen gleichsam eine verkleinerte Kopie des Lebens da draußen, geordneter und verläßlicher – eine Zuflucht, Quelle von Bewegung und Stillstand, Fixstern und Fessel zugleich. Zwischen Gehen und Bleiben richten die Schwestern sich ein, mitsamt ihrem Bruder, dem altgewordenen Wunderkind der Familie, das seine Glücksräusche längst im Roulettespiel findet. Sie improvisieren ihren flüchtigen Aufenthalt im Hier und Jetzt, so gut es eben geht: in Ehe und Seitensprung, in Arbeit und Geselligkeit, in kleinen Aufbrüchen und großen Depressionen. Als ein Feuer das Viertel verheert, geht ein Ruck durch die Familie: Plötzlich hat jeder Handschlag einen Sinn, wird das Dasein konkret. Beginnt so das Glück: mit Schrecken?
Tschechow schrieb 1900, an der Wende zum 20. Jahrhundert, mit seinen »Drei Schwestern« eine sublime Komödie, voller skurriler Momente, voller Menschlichkeit und Wärme. Er schrieb unvergeßliche Figuren, komisch verstrickte und aufrichtig ringende Menschen, die den historischen Augenblick spüren und ihn ergreifen möchten – Weltliteratur und ein Fest für Schauspieler und Zuschauer.

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Zum Nachlesen:
Ein Gespräch mit den Darstellerinnen der drei Schwestern
Nina Gummich, Marianna Linden
und Melanie Straub


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Mit freundlicher Unterstützung
Inszenierung
Besetzung
Andrej Sergejewitsch Prosorow
Natalja Iwanowna, seine Braut, später seine Frau
Olga, seine Schwester
Mascha, seine Schwester
Irina, seine Schwester
Fjodor Iljitsch Kulygin, Lehrer am Gymnasium, Maschas Mann
Alexander Ignatjewitsch Werschinin, Oberstleutnant, Batteriechef
Nikolaj Lwowitsch Tusenbach, Baron, Leutnant
Wassilij Wassiljewitsch Soljonyi, Stabskapitän
Iwan Romanowitsch Tschibutykin, Militärarzt
Alexej Petrowitsch Fedotik, Unterleutnant
Ferapont, Wächter und Diener, ein alter Mann
Anfissa, Kinderfrau
Premiere 8. April 2016
»Eine liebevolle Inszenierung, in der komische Momente die Tragik überwiegen.«
rbb Inforadio
»Stark, klug, sinnlich.«
Märkische Allgemeine Zeitung
»Ein sehr intelligenter Theaterabend. Melanie Straub, Marianna Linden und Nina Gummich, sind ganz einfach wunderbar und spielen großartig miteinander. Hingehen! Ab ins Hans Otto Theater Potsdam, die »Drei Schwestern« besuchen!«
rbb Kulturradio
»Die facettenreiche Nina Gummich spielt die jüngste Schwester, Irina, in wilder Achterbahnfahrt. Marianna Linden spielt die kluge, abgeklärte, noch immer sehr erotische Mascha. Und dann ist da die älteste der drei Schwestern: Olga. Bestens besetzt mit der großartigen Melanie Straub.«
Kultursegler