3000 Euro

Thomas Melle
Nach dem gleichnamigen Roman
Bearbeitet von Fabian Gerhardt
Anton, einst Beststudent mit glänzenden Aussichten, hat in einer verrückten Phase Wohnung, Job, Geld und den Anschluß verloren. Dem Höhenflug folgte der harte Aufprall in der Wirklichkeit: Anton ist nun obdachlos, mittellos, arbeitslos und, ohne Kreditkarte, kein Mensch mehr. 3.000 Euro muß er auftreiben, sonst droht ihm ein Schuldenprozeß und damit der endgültige Sturz ins Bodenlose. Sein Asyl wird die Straße, dort erreichen ihn keine Mahnungen. Er gehört jetzt zu denen, die in der Suppenküche essen. Als Pfandsammler fällt Anton der Kassiererin im Supermarkt auf, Denise. Denise lebt allein mit einer verhaltensauffälligen Tochter. Sie kämpft verbissen um deren Inklusion, aber sie haßt sie manchmal auch, weil sie eine Last ist und ihr Leben bestimmt. Von Zeit zu Zeit holt sie sich jemanden ins Bett für trostlosen Sex mit trüben Morgenden danach. Denise hat Pornos gedreht, scheinbar leicht verdientes Geld; nun lebt sie im paranoiden Gefühl, alle Männer müßten sie erkennen und verachten. Das Honorar für den Dreh steht noch aus: Es sind 3.000 Euro. Wie durch ein Wunder kommen Denise und Anton einander tatsächlich näher. Zwischen ihnen stehen 3.000 Euro …
Warmherzig, präzise und mit trockenem Humor erzählt Thomas Melle von zwei Menschen auf dem Weg aus der bürgerlichen Mitte an den Rand. Er erzählt vom Leben in prekären Verhältnissen, von der gleichgültigen Brutalität einer Gesellschaft, in der, getreu dem Credo der neoliberalen Wende, jeder seines Glückes Schmied ist und Solidarität und Gerechtigkeit wohl von gestern.
Inszenierung
Regie
Bühne / Kostüme
Dramaturgie
Besetzung
Antons Mutter / Frau in Kneipe 1 / Frau in Kneipe 2
Denises Vater / Pornoproduzent / Professor Venth / Arzt
Hermann / Daniel oder Dante oder David / Bauarbeiter 1
Cathrin / Claudia / Martina / Malenka
Ella / Nicole / Heike / Italienerin hinterm Tresen / Bankberaterin
Wolle / Freund von Anton / Schläger in Kneipe / Journalist / Bauarbeiter 2
Premiere 13. November 2015
»Eine expressive Inszenierung.«
Berliner Morgenpost