Wildwuchs. Junge Texte fürs Theater

Festivalprojekt des Hans Otto Theaters Potsdam
und der Universität der Künste Berlin
Bereits zum sechsten Mal öffnen wir im Februar 2018 unser Haus für eine Lange Nacht der jungen Autoren. So können Sie sich einen Eindruck davon machen, wer die neuen Dramatiker von heute sind. Welche Themen sie bewegen. Welche künstlerischen Formen sie ausprobieren. Zusammen mit der UdK präsentieren wir in Werkstattinszenierungen neue Texte fürs Theater von Studierenden des Studiengangs Szenisches Schreiben. Unter der Leitung erfahrener Regisseure stehen Schauspielstudierende der UdK und Schauspieler unseres Ensembles gemeinsam auf der Bühne. In Gesprächen mit dem Dramatiker John von Düffel stellen wir Ihnen die jungen Autoren vor.
»Festival der Hoffnungen. (…) Ein junges Publikum in Partystimmung im proppenvollen Foyer und ein nicht abreißender Strom theaterhungriger Besucher.«
Märkische Allgemeine Zeitung

Das Kind malt von Dorian Brunz
Kai muss zur Konferenz nach Zürich, Ella hat einen Termin bei der UNO. Sie sind Profis im Kampf ums Gute, sie sind ein Paar, sie sind sich selbst genug. Aber im Zimmer nebenan sitzt das Kind, nicht ihr Kind, sondern das Kind der Frau vom Mann aus dem Gym, in dem Kai trainiert, dem Mann, der längst verschwunden ist. Die Frau ist gestorben, unter Schmerzen, unter Morphium, vor gerade zwei Stunden, und hier wartet ihr Kind und weiß von nichts. Das Kind ist ein Problem. Kai und Ella müssen etwas tun, nur was? Nebenan sitzt das Kind; das Kind malt …
Regie: Laurent Chétouane
Bühne: Matthias Müller
Kostüme: Anne-Sophie Robrahn
Mit: Ella Mariann Yar*; Kai Christian Hankammer*

Der Efeu muss weg von Sarah Kilter
»SIE: Um was zu verändern, muss man sich die Hände schmutzig machen, und zwar nicht mit einem ausgelaufenem Füller oder Bleistiftgraphit, sondern richtig schmutzig machen. Schmutz, der Risiken birgt. Körperflüssigkeiten, wenn es sein muss. Das ist aber nicht intellektuell. Sich einen Bruch heben, weil man so hart angepackt hat, ist so was von gar nicht intellektuell. Anpacken ist primitiv, aber effektiv. Das schönste Kompliment wäre, wenn irgendwann auf meinem Grabstein stehen würde: Gott, sie war so herrlich primitiv. – ER: Primitive Unterhaltung mit Niveau. – SIE: Na dann, lass uns auf die Suche gehen. Dieses Niveau kann ja nicht so schwer zu finden sein.«
Regie: Elias Perrig
Bühne: Mattias Müller
Kostüme: Katharina Westerhoff
Mit: Patricia Coridun, Franziska Melzer;
Friedemann Eckert, Jonas Götzinger

Die Ermordung des Kaisers Elagabal von Giorgi Jamburia
Der Kaiser von Rom ist jung, schön, begehrenswert – er ist Reinheit und Unschuld, das Ebenbild eines Gottes, ein Licht. Doch wer in die Nähe seines Leuchtens gerät, verbrennt. Denn Elagabals Träume sind dunkel, in ihm wohnt der Schmerz, und den teilt er aus.
Regie: Fabian Gerhardt
Choreographie: Margaux Marielle-Trehouart
Bühne: Matthias Müller
Kostüme: Anneke Goertz
Mit: Paula Kober*; Benjamin Bronisch*, Hicham-Tankred Felske*, Richard Manualpillai*, Til Schindler*, Armin Wahedi Yeganeh*

* Studierende im Studiengang Schauspiel der UdK

Die Idee für das Festival hatten Tobias Wellemeyer vom Hans Otto Theater, John von Düffel, Professor für Szenisches Schreiben, und Marion Hirte, Professorin für Produktionsdramaturgie an der UdK. Mit dem Festival knüpft das Hans Otto Theater zugleich in neuer Form an seine erfolgreiche Tradition der »Potsdamer Werkstatt-Tage« an.

Mit freundlicher Unterstützung der Mara-und-Holger-Cassens-Stiftung