Potsdamer Winteroper 2015

Cain und Abel

Alessandro Scarlatti
Szenisches Oratorium in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Koproduktion mit der Kammerakademie Potsdam
Nach dem Sündenfall und der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies wetteifern ihre Söhne Cain und Abel darum, Gottes Zorn zu besänftigen. Abels Brandopfer wird angenommen, und die Stimme Gottes verspricht Versöhnung. Cains Opfer bleibt dagegen unbeachtet. Aus Hass und Neid sinnt Cain auf Rache. Unter dem Einfluss Luzifers tötet er seinen Bruder Abel und flieht. Cain wird von Gott als Mörder mit einem Mal gezeichnet, das ihn schützt für ein Leben in Reue. Adam wünscht sich neue Nachkommen. Generationen später mögen sie frei von Schuld sein und am fernen Tag des Weltenendes die Frucht der Erlösung genießen.
Alessandro Scarlatti, der vor allem Opern, Solokantaten und geistliche Vokalwerke schuf, komponierte »Cain« 1706/07 in Venedig. Das Libretto dieser »Geistlichen musikalischen Unterhaltung« verknüpft erzählerische Elemente des Alten Testaments mit dem Glaubensbekenntnis des Neuen Testaments. Die Geschichte vom Brudermord, mit dem das Alte Testament die Ära der Menschen auf Erden beginnen lässt, wird von Scarlatti und seinem Librettisten umgewandelt in Mahnung und immerwährendes Ersehnen eines Menschensohnes, der nicht der Schlechtigkeit unterliegt, sondern die Rettung der Menschen im Dienste Gottes vollendet.
Mit freundlicher Unterstützung der Evangelischen Friedenskirchengemeinde und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.
Inszenierung
Musikalische Leitung
Regie
Kostüme
Lichtdesign
Thomas Wlocka
Dramaturgie und Übertitel
Thomas Wieck, Carola Gerbert
Besetzung
Eva
Luzifer
Orchester
Kammerakademie Potsdam
Cembalo und Orgel
Rita Herzog
Premiere 20. November 2015
»Eine fesselnde Aufführung. Bernhard Forck inspiriert die Kammerakademie zu einem fiebrig temperamentvollen und markant artikulierten Spiel. Andrea Moses offenbart das Psychogramm einer Familie.«
Märkische Allgemeine Zeitung
»Andrea Moses nutzt, behutsam unterstützt durch ihren Bühnenbildner Matthias Müller und höchst aktiv beflügelt vom Lichtdesigner Thomas Wlocka, den gesamten Kirchenraum (…) – nicht, um ihn aufzubrechen, sondern um ihn mitspielen zu lassen als Welttheaterraum schlechthin.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Die Winteroper stiehlt den Berliner Häusern einmal mehr die Show. Ein Highlight des Jahres.«
rbb Kulturradio
»Andrea Moses entwickelt Großaufnahmen von Seelenzuständen in Ausnahmesituationen. Musikalisch überzeugt der Abend dank der mal kompakten, mal ausdifferenzierten Spielweise der Kammerakademie unter Bernhard Forck. Das starke Sängerensemble wird angeführt von Bettina Ranch als Cain, die die ganze Bandbreite von Neid, Täuschung, Zögern vor der Tat, Verzweiflung und Reue vorführt. – Alessandro Scarlatti wird so zu einer echten Entdeckung.«
rbb Inforadio