Die Kunst des negativen Denkens

Bård Breien
Nach dem gleichnamigen Film
Deutsch von Ingeborg Helleberg
Florian hat alles: ein Haus zum Wohnen, Bärenkrafte, ein gesundes Quantum Machismo und, vor allem, eine Frau zum Immer-wieder-neu-Verlieben. Nur eins hat er nicht: Beine, mit denen er laufen kann. Seit einem Unfall sitzt er querschnittsgelähmt im Rollstuhl. Damit hat alles andere seinen Wert für ihn verloren. Dass seine schöne Frau ihn weiter liebt, macht seine Lage nur noch demütigender – er ist ein halber Mann. Totsein kann kaum schlimmer sein. Doch solange es nicht soweit ist, setzt Florian gegen alles Dunkle eine raffinierte Philosophie: Think negative! – Die Kunst des negativen Denkens. Grau, das man als Schwarz beschreibt, scheint heller. Das funktioniert, bis eine Behindertentruppe samt penetrant heiterer Therapeutin ausgerechnet sein Haus für die turnusmäßige Selbsthilfe-Sitzung entert. Rollstuhlfahrer und Bekloppte, die sich ihre Überlebensprobleme mit Feelgood-Phrasen wegbeten lassen wollen, Abkotztüte für schlechte Gefühle inbegriffen. Positives Denken, Heuchelei und Lügen, in Florians Haus? Das bedeutet Krieg … ‒ Einen Krieg, der mit Entschlossenheit geführt wird, von beiden Seiten, aber durch seine Zerstörungen paradoxerweise neue Perspektiven aufbricht.
»Nach ›Adams Äpfel‹ der neue skandinavische Komödien-Hit«, titelte die Kritik. Der norwegische Autorenfilmer Bård Breien wagt es, Provokation und Zärtlichkeit, Wirklichkeitssinn und Komik miteinander zu mischen – ein lohnendes Experiment. Das Ergebnis ist ein skurriles Schauspiel, eine berührende Geschichte, ein Manifest der Liebe und der Hoffnung.
Inszenierung
Bühne / Kostüme
Dramaturgie
Besetzung
Premiere 23. Januar 2015
»Galgenhumor in seiner ganzen Pracht.«
Märkische Allgemeine Zeitung