Der Junge auf dem Baum (9+)

Michele Riml
Deutsch von Karen Witthuhn
Robin weiß alles über Umwelt- und Naturschutz und macht sich große Sorgen um die Zukunft der Menschen. Die Zukunft aber fängt heute an, hier und jetzt, im Vorgarten der Eltern. Robin will ein Zeichen setzen und aktiv werden. Mit Eifer geht er zur Sache, nichts und niemand kann ihn davon abhalten, seinen Lieblingsbaum vor der Kettensäge des Vaters zu retten, der den Baum fällen und damit Platz schaffen will, ausgerechnet für einen Carport. Auch Robins Freundin Sam soll dabei sein, wenn Robin die dunkle Nacht auf der Wacht draußen in seinem Baumhaus verbringt. Eine gute Wahl, denn Sam ist nicht nur überzeugte Fußballerin, sondern auch sonst eine Person mit Elan und Durchblick. Seine Schwester Janine, Mom und Dad glauben, Robin spielt ein Spiel. Doch er meint es ernst und rebelliert gegen alles, was seine Familie treibt. Er kämpft mit eiserner Disziplin gegen seine Ängste an, gegen die Furcht vor der Dunkelheit und vor dem unheimlichen Nachbarn Chris Gallagher, der schon im Gefängnis gewesen sein soll. Robins Aufbegehren gegen eingefahrene Gewohnheiten bringt das Familienleben ganz schön durcheinander. Seine Eltern aber beginnen zu verstehen, dass Robin tatsächlich bereit ist, für seine Ideen auch auf alltägliche Annehmlichkeiten zu verzichten. Und Robin erkennt, dass er seiner Familie unentbehrlich ist und in ihrem Kreis Hilfe und Geborgenheit findet.
Die kanadische Dramatikerin Michele Riml, geboren 1967, schreibt erfolgreich für Erwachsene und Kinder. Ihre Stücke werden zunehmend auch in Deutschland gespielt. »Tree Boy« erlebte seine Uraufführung 2007 in Vancouver und wurde 2013 erstmalig in deutscher Sprache gezeigt.

Die Inszenierung wurde ausgezeichnet mit dem Potsdamer Klimapreis 2015.
Inszenierung
Bühne / Kostüme
Dramaturgie
Theaterpädagogik
Manuela Gerlach
Besetzung
Sam / Janine / Mom
Dad / Chris
Premiere 10. September 2014
»Ein kritisches und aktuelles Thema wurde im Hans Otto Theater aufgegriffen, das von den jungen Zuschauern mit reger Aufmerksamkeit verfolgt wurde. Aber auch Erwachsene könnte das Theaterstück interessieren und nachdenklich machen.«
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