Potsdamer Winteroper 2014

Betulia liberata

Wolfgang Amadeus Mozart
Szenisches Oratorium in italienischer Sprache von Pietro Metastasio
Koproduktion mit der Kammerakademie Potsdam
Die Geschichte von der Befreiung der belagerten Stadt Betulia basiert auf dem Buch Judith in den Apokryphen zum Alten Testament. Berichtet wird von der schönen Witwe Judith, die sich in Begleitung ihrer Magd ins feindliche Lager begibt, vom gefürchteten Feldherrn Holofernes zum Festmahl geladen wird und diesem, nachdem er berauscht eingeschlafen ist, den Kopf abschlägt. Sie bringt die Trophäe nach Betulia, die Feinde fliehen, und die Stadt ist befreit. Bereits die Ouvertüre intoniert das Elend der israelitischen Einwohner. Holofernes will sie zwingen, ihrem Glauben abzuschwören. Unter ihnen droht Aufruhr: Viele wollen nicht länger leiden, sondern sich dem Feind ergeben. Sie haben ihren Glauben an eine Rettung durch Gott verloren. Das dramatische Geschehen um Judiths wagemutige Tat wird indirekt vermittelt. Es unterstützt die entscheidende Wendung im Religionsstreit zwischen dem Stadtoberhaupt Ozia und dem heidnischen Ammoniterfürsten Achior. Judiths Gegenspielerin Amital, der Chor und die Kommandanten Cabri und Carmi verkörpern die Stimmungen der Bevolkerung – ihre Hoffnungen und Zweifel, Gebete und Lobgesänge.
Mozart komponierte sein einziges Oratorium 1771 in Salzburg im Alter von 15 Jahren. Eine Aufführung des Werkes zu Mozarts Lebzeiten ist nicht belegt.
Inszenierung
Musikalische Leitung
Bühne / Kostüme
Chöre
Ud Joffe
Dramaturgie
Besetzung
Ozia, Fürst von Betulien
Anicio Zorzi Giustiniani
Giuditta, Witwe Manasses
Bettina Ranch
Amital, edle Israelitin
Robin Johannsen
Achior, Fürst der Ammoniter
István Kovács
Cabri, Anführer des Volkes
Marie Smolka
Carmi, Anführer des Volkes
Silvia Hauer
Chronist
Michael Ihnow
Chor der Potsdamer Winteroper Kammerakademie Potsdam
Premiere 28. November 2014
»Regisseur Jakob Peters-Messer gelingt mit einem jungen Solistenteam eine packende Inszenierung. (…) Die Kammerakademie Potsdam interpretiert die Partitur auf ideale Weise.«
Der Tagesspiegel
»Nach dem ›Jephtha‹-Erfolg vom vergangenen Jahr steigert sich die Winteroper Potsdam in ihrem 10. Jahr noch einmal. (…) (Jakob) Peters-Messer beschränkt sich weitgehend auf eine Regie der Blicke, der Haltungen und Empfindungen. Was aber akribisch gut ausgearbeitet ist und einen Feinsinn offenbart, wie er selten geworden ist – und in solch darstellerischer Intensität – wohl auch nur im Kammerformat transportiert werden kann.«
rbb Kulturradio
»Was vor kurzem noch als ein weit in die biblische Vergangenheit gerückter Stoff wahrgenommen werden konnte, löst in der unmittelbaren Gegenwart ein sehr konkretes Echo aus. (…) (Antonello) Manacorda setzt auf rhythmische Attacke und scharfe Akzente, fürchtet auch nicht die dynamischen Extreme und bringt so die Affekte der Partitur zu sprechender Darstellung.«
Die Deutsche Bühne