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Anton Tschechow

Iwanow

Iwanow, ein Mann in der Mitte des Lebens, schaut zurück und versteht die Welt nicht mehr. Wohin sind all seine Energie, seine Ideale, seine Leidenschaften verschwunden? Im Glauben an eine bessere Welt hat er sich jahrelang hingebungsvoll für die Belange des Gemeinwesens eingesetzt. Jetzt ist er ausgebrannt, alles erscheint ihm sinnlos und eitel. Selbst die Liebe zu seiner todkranken Frau Anna scheint aufgebraucht zu sein. Anna hatte einst alles für ihn aufgegeben: ihren Glauben und damit ihr Elternhaus und ihr Vermögen. Er sieht, wie die Menschen in seiner Umgebung hinter vorgehaltener Hand argwöhnen, er hätte es, leider vergeblich, nur auf das Geld seiner Frau abgesehen gehabt. Und nun, so munkeln sie, habe Iwanow der schönen Sascha den Kopf verdreht, der jungen Tochter des reichen Gutsnachbarn. Ein Jahr später ist Anna tot. Die Hochzeit von Sascha und Iwanow soll gefeiert werden. Iwanows Verzweiflung darüber, nichts mit seinem Leben erreicht zu haben, mündet in der Hoffnung, wenigstens zum Lieben fähig zu sein, doch dann fasst er einen folgenschweren Entschluss.

In seinem ersten großen Stück beschreibt der 27-jährige Dramatiker und Arzt Anton Tschechow mit der Genauigkeit des Diagnostikers die Folgen eines Burnout-Syndroms als Phänomen einer Gesellschaft, die sich verausgabt hat. Er zeigt dabei die existenzielle Unbehaustheit des modernen Menschen in all ihren traurigen und komischen Aspekten.

Mit dieser Aufführung werden viele komödiantische Talente gekitzelt. Vor allem aber ist sie eine erstaunliche Ensembleleistung. Prima sind die geplatzte Hochzeit, die großen Tratschszenen, in denen diese feinen Herrschaften sich, vergackert, vor Gehässigkeit gar nicht mehr einkriegen, durchkomponiert. Selbst die Tragik ist irgendwie komisch. (kulturradio, Peter Hans Göpfert)

Der Potsdamer "Iwanow" ist unterhaltsame Gesellschaftsbetrachtung mit Tiefe. (Märkische Allgemeine Zeitung, Nadine Pensold)

René Schwittay stattet seinen Iwanow mit enormer Körperlichkeit aus und provoziert damit einen erschütternden Kontrast zu dessen fragiler, kraftloser Seelenlage. Er kämpft mit allen Poren … Zwei knackige, hervorragend getimte Stunden lang verendet dieser Mann so sehr bei lebendigem Leib, dass der Schuss am Schluss nichts anderes ist als eine echte Erlösung für diesen Tieftraurigen, der der Welt nicht mehr gewachsen ist. (Berliner Morgenpost, Katrin Pauly)

Mitwirkende

Regie
Markus Dietz  
Bühne
› Ines Nadler  
Kostüme
› Veronika Bleffert  
 
 
René Schwittay
Franziska Melzer
Jon-Kaare Koppe
Bernd Geiling
Andrea Thelemann
Elzemarieke de Vos
Wolfgang Vogler
Meike Finck
Eddie Irle
Friedemann Eckert  
 
 



Vorstellungen

  • 31. März ’12 › 19.30 - 21.30 Uhr