28.09.2016

Stellungnahmen

Zum Artikel »Maul halten und spielen! Die Schauspieler des Potsdamer Hans-Otto-Theaters arbeiten in Verhältnissen, die Angst machen«
vom 28. 09. 2016 in der Märkischen Allgemeinen Zeitung
Download der Erwiderung des Intendanten Tobias Wellemeyer
vom 28. 09. 2016
Download der Stellungnahme des Ensembles des Hans Otto Theaters
Autorin Maxi Obexer wurde gemeinsam mit dem Hörspiel-Regisseur Martin Zylka für ihr WDR-Hörspiel »Illegale Helfer« mit dem »Robert-Geisendörfer-Preis 2016« ausgezeichnet. Die Theaterfassung des Stoffes brachte das Hans Otto Theater als Deutsche Erstaufführung im Juni 2016 auf die Bühne. Die Inszenierung von Yvonne Gronberg ist am 24. September erstmalig wieder in der neuen Spielzeit zu sehen.

In der Jurybegründung heißt es: »Gewissensentscheidungen können auch in einem Rechtsstaat dazu führen, dass der Einzelne mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Das Hörspiel fordert zum Nachdenken darüber auf, was Mitmenschlichkeit ist und welche Konsequenzen sie haben kann. Ein wichtiges Stück zur richtigen Zeit, das grundlegende moralische Fragen aufwirft.«

Mit dem »Robert-Geisendörfer-Preis«, dem Medienpreis der Evangelischen Kirche, werden jährlich sechs Hörfunk- und Fernsehproduktionen aus allen Sparten ausgezeichnet, die »das persönliche und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken, zum guten Miteinander von Einzelnen, Gruppen, Völkern und zur gegenseitigen Achtung der Geschlechter beitragen«, so die Jury. Neben Maxi Obexer wurde 2016 u. a. die Journalistin Dunja Hayali ausgezeichnet.
»Illegale Helfer« von Maxi Obexer
Wieder am 24. September, 19:30 Uhr
Hans Otto Theater/Reithalle
Im Anschluss an die Vorstellung laden wir zum Publikumsgespräch
mit der Autorin und dem Ensemble ein.
Aus Anlass des 100. Geburtstages ehren fünf Potsdamer Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen Peter Weiss (1916–1982), den hier geborenen Maler, Schriftsteller, Filmemacher und Dramatiker. Seine ruhelose Suche nach Themen und Ausdrucksformen inspirierten zu Ausstellungen, einer Tagung, Lesungen und Filmvorführungen, die an den künstlerischen Grenzgänger und Freigeist erinnern und sein umfangreiches Œuvre würdigen.

Das Filmmuseum Potsdam, das Hans Otto Theater, das Potsdam Museum, der Potsdamer Kunstverein und die Universität Potsdam haben in den vergangenen Monaten gemeinsam ein facettenreiches und aufeinander abgestimmtes Programm zusammengestellt. Von Mitte September bis in den November hinein können sich Potsdamer, Brandenburger und Berliner Kulturinteressierte auf vielfältige Weise mit dem Leben und Wirken von Peter Weiss auseinandersetzen.

»Die inhaltliche Zusammenarbeit und Vernetzung unserer Institutionen war bereits in der Vorbereitung sehr inspirierend. Jedes Haus brachte eine eigene Perspektive mit, jeder blickte aus seiner Kunst und Profession heraus auf das künstlerische Schaffen und Leben von Peter Weiss«, so Prof. Dr. Ursula von Keitz, Direktorin des Filmmuseum Potsdam, im Namen der Kooperationspartner.

»Kooperationen für Einzelprojekte verbinden unsere Häuser natürlich schon lange miteinander. Regel-mäßig arbeitet zum Beispiel das Potsdam Museum mit dem Filmmuseum und dem Hans Otto Theater zusammen. Aber im Zusammenschluss unserer fünf Institutionen setzen wir ein starkes Zeichen für das reiche kulturelle Leben in der Landeshauptstadt. Der 100. Geburtstag von Peter Weiss bietet dafür den perfekten Anlass, war Peter Weiss doch in den verschiedenen Künsten beheimatet. Besonders schön ist es auch, dass nicht nur städtische Institutionen, sondern mit dem Filmmuseum und der Universität auch zwei Einrichtungen des Landes Brandenburg beteiligt sind«, so Dr. Jutta Götzmann, Direktorin des Potsdam Museum.

Veranstaltungen des Hans Otto Theaters
im Rahmen von »Peter Weiss 100 – Potsdamer Positionen«

»Mitteilungen eines Fremden«
Michael Schrodt liest aus dem Roman »Fluchtpunkt« von Peter Weiss
In seinem Roman »Fluchtpunkt« (1962) setzt sich Peter Weiss mit seiner Suche nach einer eigenen Sprache auseinander. Er erinnert sich an seine Ankunft 1940 im Exilland Schweden und an seine Erfahrung des Fremdseins – als Flüchtling aus einer Nation, die er kaum je als Heimat empfand. Als Flüchtling aber auch aus der bürgerlichen Enge seines Elternhauses. Er beschreibt seinen künstlerischen Weg zu einer Bildsprache und zu einer Literatursprache, die zugleich ganz persönlich und ganz universell sein sollten. Und er denkt darüber nach, wie eng diese Suche mit seiner politischen Position in den Kämpfen seiner Zeit verknüpft war.
Es liest Michael Schrodt, Schauspieler des Hans Otto Theaters
Leitung: Ute Scharfenberg
Termine
13. Oktober, 18:00 Uhr im Potsdam Museum
6. November, 11:00 Uhr im Hans Otto Theater/Glasfoyer

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Hier finden Sie die Pressemappe mit den Veranstaltungen der Kooperationspartner

Zum Jubiläum »10 Jahre Neues Theater« zeigt das Hans Otto Theater Bilder aus der Theaterarbeit vor und hinter den Kulissen

Mit einer Fotoausstellung im Bildungsforum zeigen das Hans Otto Theater und die Stadt- und Landesbibliothek interessante Eindrücke aus der Theaterarbeit vor und hinter den Kulissen. Anlass ist das zehnjährige Jubiläum des Theaterneubaus auf der Schiffbauergasse. Mit dem »Neuen Theater«, das im September 2006 feierlich eröffnet wurde, bekamen die Potsdamer, die Künstler und Theatermitarbeiter erstmals seit  den 1940er Jahren wieder einen festen Ort in der Stadt. Im Mittelpunkt der ausgestellten Fotografien stehen jedoch die Menschen – die Schauspieler, die Künstler, die Mitarbeiter aus den künstlerisch-technischen Gewerken und verschiedenen Abteilungen: Denn erst durch sie wird aus einem Theatergebäude lebendiges Theater. Zu sehen sind Aufnahmen der Fotografen Hans Ludwig Böhme und Göran Gnaudschun.

Hans Ludwig Böhme arbeitet seit den 1980er Jahren als Theaterfotograf  und experimentiert mit Grenzformen von Fotografie und Malerei. Seine Arbeiten werden in Europa und den USA ausgestellt und befinden sich in bedeutenden Sammlungen. Sein neugieriger Blick begleitet das Potsdamer Theater kontinuierlich seit 2009.
Der Potsdamer Fotograf Göran Gnaudschun, bekannt u. a. durch seine Langzeit-Porträtserie »Alexanderplatz« (2014), fotografiert seit 2012 für das Hans Otto Theater. Für seine Arbeiten wurde er zuletzt mit dem renommierten Rom-Preis 2016 der Deutschen Akademie Villa Massimo ausgezeichnet. Vom September 2016 bis Juni 2017 wird er im Rahmen dieser Auszeichnung in Rom leben und arbeiten.

Fotoausstellung »Hinter den Kulissen«
in der Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum Potsdam
5. September bis 7. Oktober
Mo: 15-19 Uhr / Di-Fr: 10-19 Uhr / Sa: 10-16 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Eine Kooperation des Hans Otto Theaters und der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam

Das Hans Otto Theater und die Stadt- und Landesbibliothek verbindet eine kontinuierliche Zusammenarbeit miteinander. So beteiligt sich das Theater mehrmals im Jahr mit Schauspielerlesungen an den Reihen »Lunchpaket« und »Boehlichs Bücher – Weltliteratur wiederentdeckt«.

Im Jubiläumsjahr 2016 lädt das Hans Otto Theater zu verschiedenen Sonderveranstaltungen ein, u. a. zu monatlichen Führungen, zu besonderen Vorstellungsbesuchen mit Einblicken in die technisch-künstlerischen Gewerke und am 30. September zum Festakt im Neuen Theater.

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Der Vorverkauf für die diesjährige Potsdamer Winteroper »Israel in Egypt« von Georg Friedrich Händel startet am 1. September 2016. Die Potsdamer Winteroper – eine Koproduktion der Kammerakademie Potsdam und des Hans Otto Theaters Potsdam – ist zu einem Highlight im Kulturkalender der Landeshauptstadt und der Region avanciert.

Karten im Online-Vorverkauf sind über www.hansottotheater.de, www.reservix.de und die bekannten Vorverkaufsstellen verfügbar. Die Karten sind ab dem 1. September auch im persönlichen Service an der Theaterkasse des Hans Otto Theaters erhältlich.

Die Erfolgsgeschichte geht weiter: Seit 2013 findet die Potsdamer Winteroper in der Friedenskirche Potsdam Sanssouci statt und hat damit einen attraktiven Aufführungsort für musikdramatische Werke mit in Szene gesetzten biblischen Themen gefunden. Nach »Jephtha« (Händel), »Betulia liberata« (Mozart) sowie »Cain und Abel« (A. Scarlatti) steht 2016 erneut ein Händel-Oratorium mit dem Barockspezialisten Konrad Junghänel am Pult auf dem Spielplan. Regie führt Verena Stoiber, die u. a. mit dem Ring Award 2014 ausgezeichnet wurde.

Das 1738 entstandene Oratorium »Israel in Egypt« über die biblische Geschichte vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten markiert einen künstlerischen Neuanfang in Händels Schaffen. Im King’s Theatre am Haymarket wurde das Oratorium am 4. April 1739 mit »Israel in Egypt« erstaufgeführt. Der Chor steht in nie dagewesener Weise im Zentrum.

Hinsichtlich der Orchesterbesetzung mit dem gewohnten Streicherapparat, Oboen und Fagott sowie Cembalo und Orgel ist die Verwendung von Trompeten, Posaunen und Pauken besonders erwähnenswert. Nicht nur die illustrative, klangmalerische Gestaltung der zehn Plagen, vor allem die Wirkung der Katastrophen auf die Seelen der Menschen zeugt von Händels außerordentlicher künstlerischer Meisterschaft und bewegt das Publikum bis heute.

Besetzung und Termine

Potsdamer Winteroper 2016
»Israel in Egypt« von Georg Friedrich Händel
Szenisches Oratorium in englischer Sprache
Eine Koproduktion der Kammerakademie Potsdam und des Hans Otto Theaters Potsdam
www.potsdamerwinteroper.de

Musikalische Leitung: Konrad Junghänel
Inszenierung: Verena Stoiber
Bühne: Susanne Gschwender 
Kostüme: Sophia Schneider
                                                                             
Mit: Marie Smolka, Benno Schachtner, Florian Feth, Georg Lutz, dem Chor der Potsdamer Winteroper (Vokalakademie Potsdam und Vocalconsort Berlin) und der Kammerakademie Potsdam

Premiere:
24. November 2016, 19.00 Uhr in der Friedenskirche Potsdam Sanssouci

Weitere Aufführungen:
25. 11. / 26. 11. / 1. 12. / 2. 12. / 3. 12. 2016, jeweils 19:00 Uhr

Karten:
55,00 € / 40,00 € / 25,00 € / 15, 00 €

www.hansottotheater.de
www.reservix.de

Theaterkasse des Hans Otto Theaters
Telefon: 0331 - 98 11 8
E-Mail: kasse@hansottotheater.de
Fax: 0331 - 98 11 900
Montag - Freitag 10:00-18:00 Uhr
Samstag 10:00-14:00 Uhr


Die Potsdamer Winteroper wird durch das Land Brandenburg und die Landeshauptstadt Potsdam gefördert. Die Neuproduktion wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Mittelbrandenburgischen Sparkasse. Die Veranstalter danken außerdem der ERFA-Gruppe der Potsdamer Hotels, der Evangelischen Friedenskirchengemeinde und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg für ihre Unterstützung.

Nach 11 ausverkauften Open-Air-Vorstellungen wird die Liebeskomödie im September ins Neue Theater übernommen

Mit einer ausverkauften Sonntagsvorstellung ging gestern Abend die diesjährige Open-Air-Serie des Hans Otto Theaters zu Ende. Mit dem amourösen Verwicklungsspaß »Ein Sommernachtstraum« von William Shakespeare stand ein Komödienklassiker auf dem Spielplan der Freilichtbühne im Gasometer.

Die wunderleichte Inszenierung von Kerstin Kusch erwies sich schnell als Publikumsmagnet. Mehr als 2.600 Zuschauer sahen eine der 11 Vorstellungen. Alle Termine waren bereits im Vorfeld der Premiere bis auf wenige Restkarten ausverkauft. Um auf diese große Resonanz zu reagieren, hatte das Hans Otto Theater einen zusätzlichen Open-Air-Spieltermin ins Programm genommen.

Zum Auftakt der neuen Spielzeit wird die Inszenierung ins Neue Theater übernommen. Die erste Vorstellung ist beim traditionellen »Großen Theaterfest« am 17. September zu sehen. Der Online-Vorverkauf hierfür startet bereits am 15. Juli.

Termine und Karten

Wiederaufnahme im Neuen Theater
17. September, 19:30 Uhr
im Rahmen des »Großen Theaterfestes«
Sonderpreis: 9 € auf allen Plätzen. Der Vorverkauf startet am 15. Juli.

Nächste Termine
13. und 21. Oktober, Neues Theater

Theaterkasse des Hans Otto Theaters
Telefon: 0331.98 11 8
E-Mail: kasse@hansottotheater.de
Online-Vorverkauf: www.hansottotheater.de

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Seit 1996 bringen die Tanzakademie Marita Erxleben und das Hans Otto Theater gemeinsam jeden Sommer ein Kinderballett auf die Bühne – die Jubiläumsproduktion »Lenja und der Salzkristall« feiert am 2. Juli Premiere

Ein schönes Jubiläum feiert das Hans Otto Theater in diesem Jahr mit dem »Spaß am Tanz« e. V. und der Tanzakademie Marita Erxleben: Bereits seit 20 Jahren bringen wir in Kooperation jeden Frühsommer ein Kinderballett für die ganze Familie auf die Bühne. Als große Jubiläumsproduktion steht ab dem 2. Juli »Lenja und der Salzkristall« nach Musiken von Edvard Grieg auf dem Spielplan des Neuen Theaters. In diesem Märchen stellt die Königin ihre drei Töchter auf die Probe: Sie fragt, von welcher sie am meisten geliebt wird.

Das jährliche Kinderballett auf der großen Bühne ist ein Höhepunkt für die kleinen und großen Tänzer der Tanzakademie. Unterstützt werden sie dabei von den professionellen Tänzern der Dance Company. In den 18 Vorstellungen stehen in diesem Jahr  860 Kinder und Jugendliche in sechs verschiedenen Besetzungen auf der Bühne und zeigen ihr Können.

»Das Projekt ist mit den Jahren beeindruckend gewachsen. Bei unserem ersten Kinderballett, das war 1996 »Dornröschen« in der Studiobühne in der Heinrich-Mann-Allee, gab es zwei Vorstellungen mit 70 beteiligten Kindern und Jugendlichen – heute stehen in jeder einzelnen Vorstellung mehr Beteiligte auf der Bühne. Viele sind auch schon sehr lange dabei: Sie haben als Vorschulkinder in einer kleinen Rolle angefangen und tanzen jetzt eine der Hauptrollen«, so Marita Erxleben.

»Es ist beeindruckend, mit welcher Energie und Lust Marita Erxleben das Tanzprojekt in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Wir als Stadttheater unterstützen diese kulturelle Bildungsarbeit sehr gern mit allem, was uns zur Verfügung steht: mit unseren künstlerischen Werkstätten, also Kostüm, Bühne, Licht, Technik, Malsaal, Maske, Requisite, aber auch in der Öffentlichkeitsarbeit und in den Proben und Vorstellungen«, so Intendant Tobias Wellemeyer.
 
Das Kinderballett im Hans Otto Theater gehört für viele Potsdamer zu den Highlights im kulturellen Familienprogramm der Stadt. Neben den Familienvorstellungen am Wochenende bieten wir auch Termine für Schulklassen an. Die Nachfrage war in diesem Jahr besonders stark: Alle achtzehn Vorstellungen waren, bis auf wenige Restkarten, innerhalb weniger Tage ausverkauft.

Auch darüber hinaus arbeitet das Hans Otto Theater kontinuierlich mit der Potsdamer Tänzerin und Choreographin zusammen. So hat Marita Erxleben u. a. die Choreographien für die Musicals »High Society« und »My Fair Lady« erarbeitet. Ihr Weg zur Regie begann hier am Potsdamer Theater. Seit 2009 erarbeitet sie regelmäßig Aufführungen für junge Zuschauer, u. a. »Die Schneekönigin«, den Kinderbuchklassiker »Timm Thaler«, die Uraufführung »Der König hinter dem Spiegel« und zuletzt das Kinderstück »Die faulste Katze der Welt« von Gertrud Pigor.

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Die Koproduktion ist zum Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender 2016 eingeladen
Gastspiel am 21. Juni

Mit der Inszenierung »Katzelmacher« von Rainer Werner Fassbinder (Regie Andreas Rehschuh) ist das Hans Otto Theater zusammen mit der Filmuniversität Babelsberg »Konrad Wolf« zum diesjährigen Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender eingeladen, das vom 19. bis 26. Juni in Bern stattfindet.

Mit Beginn der Intendanz Tobias Wellemeyer 2009 haben das Hans Otto Theater und die Filmuniversität Babelsberg »Konrad Wolf« eine regelmäßige Koproduktionsreihe verabredet. In jeder Spielzeit, traditionell im Dezember, erarbeitet ein erfahrener Regisseur eine Inszenierung mit den Schauspielstudierenden des 3. Studienjahres, die nach der Premiere regulär in den Spielplan der Reithalle aufgenommen wird.

In der aktuellen Spielzeit 2015/16 inszenierte der Regisseur Andreas Rehschuh mit den Schauspielstudierenden »Katzelmacher« von Rainer Werner Fassbinder. Das Stück spielt in einem Münchner Vorort in den 1960er Jahren: Die Jugend hier ist von Beschäftigung, Wohlstand und Wachstum radikal abgekoppelt – Endstation Tristesse. Alle warten. Sie erwachen abrupt, als ein Fremder erscheint: Jorgos, ein Gastarbeiter in der Wundertütenfabrik. Als sich Marie, die Freundin von Erich, in den Griechen verliebt, wandelt sich gespannte Lethargie in weiße Wut ... Als Fassbinder 1968 »Katzelmacher« schrieb, waren die ersten »Gastarbeiter« im westdeutschen Wirtschaftswunderland angekommen. Sein Volksstück formuliert die Argumente und Konflikte, denen sich die europäischen Einwanderungsgesellschaften heute stellen müssen.

Das Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender findet bereits seit 1990 statt und ist inzwischen zu einer festen Institution in der Theaterlandschaft geworden. Einmal pro Jahr – im Juni – treffen sich Studierende und Dozenten der Schauspiel-hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einem einwöchigen Treffen, das turnusgemäß von einer der teilnehmenden Hochschulen ausgerichtet wird. Das Treffen dient dem Austausch, dem gegenseitigen Kennenlernen und bietet vielfältige Möglichkeiten zu theoretischen und vor allem praxisnahen Diskussionen zur Schauspielausbildung.

Die Schauspielstudenten haben die Möglichkeit, sich mit einer einstündigen Produktion ihren Kommilitonen und Kommilitoninnen, den Dozenten anderer Hochschulen und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Und sich einer internationalen Jury zu stellen, die zum Abschluss der Veranstaltung die begehrten Förderpreise vergibt.

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20.06.2016

Über Grenzen gehen

Ein Projekttag zum Thema Flucht und Begegnung
für Jugendliche ab 13 Jahren

am 21. Juni, 13:30 Uhr – 19:30 Uhr, Reithalle und Nachtboulevard

Wie fühlt es sich an, als Kind oder Jugendlicher seine Heimat zu verlassen? Wie kann man sich in einem fremden Land, in einer fremden Sprache einleben? Findet man neue Freunde? Wird man wirklich ankommen können? Anknüpfend an das neue Jugendstück »Asip und Jenny« lädt das Hans Otto Theater am 21. Juni zu einem Projekttag zum Thema »Flucht und Begegnung« ein. Das Programm mit einem theaterpädagogischen Workshop, einem Expertenvortrag, dem Vorstellungsbesuch und einem Publikumsgespräch mit den Künstlern bietet Potsdamer Schülerinnen und Schülern einen differenzierten Zugang zum Thema und unterstützt sie darin, eine eigene Haltung zu entwickeln und zu vertreten.

Kerstin Kusch, Referentin für Junge Zuschauer am Hans Otto Theater: »In einer Welt, in der Krieg und Flucht wieder Teil unserer täglichen Nachrichten sind, ist es uns wichtig, diese Erfahrungen anhand von komplexen Geschichten und Figuren auch für Kinder und Jugendliche nachvollziehbar zu machen. Wir verstehen Theater als einen Ort der Auseinandersetzung mit einer immer komplexer werdenden Welt. Wir wollen den Kindern und Jugendlichen Impulse geben, sich nicht mit einfachen Antworten abspeisen zu lassen.«

Nadja Hess, Dramaturgin »Asip und Jenny«: »Der Projekttag mit seinen verschiedenen Zugängen bietet den Jugendlichen eine inhaltliche und zugleich auch eine  ganz praktische Auseinandersetzung mit dem Thema. Hier sind alle neugierigen Fragen und Wortmeldungen erlaubt.«
Programm

13:30 Uhr – Thematischer Workshop
mit Studierenden der FU Berlin und Geflüchteten
Unter dem Titel »Gemeinsam Grenzen überwinden« bietet eine Berliner Projektgruppe aus Studierenden der Freien Universität Berlin und Geflüchteten einen zweistündigen thema¬tischen Workshop für Schulklassen an. Rollenspiele, Sensibilisierungsübungen, Faktenvermittlung und persönliche Berichte ermöglichen es den Schülern, sich dem Thema Flucht differenziert zu nähern und im Austausch mit Geflüchteten etwas über deren Lebensrealität zu erfahren.

15:30 Uhr – Pause

16:15 Uhr – Expertenvortrag
von Dr. Wolfgang Bautz von »FaZIT Brandenburg«
Der Leiter der »Fachberatung für Zuwanderung, Integration und Toleranz im Land Brandenburg« spricht über Fluchterfahrungen und die Lebenssituation vor allem junger Geflüchteter in Potsdam und Brandenburg.

17:00 Uhr – Vorstellungsbesuch
»Asip und Jenny« (13+) von Angela Schneider
Das neue Jugendstück über Migration und Freundschaft für alle ab 13 Jahren. Darin trifft ein vor Krieg und Terror geflüchteter Junge auf ein Mädchen, das bei allem Wohlstand den Boden unter den Füßen verliert.

ca. 18:45 Uhr – Publikumsgespräch
mit der Autorin Angela Schneider, dem Regisseur Robert Neumann und den Schauspielern
In der aktuellen Spielzeit 2015/16 für Junge Zuschauer standen die Themen »Flucht und Migration« mehrfach im Zentrum der Geschichten und Stoffe. So brachte das Hans Otto Theater zum Saisonauftakt im September 2015 das Kinderstück »Mensch Karnickel« (9+) von Rudolf Herfurtner auf die Bühne, eine berührende Geschichte über einen Jungen, der in den Wirren nach dem Kriegsende 1945 verloren geht. Traumatisiert von Flucht, Lagern und Heimen, ist aus ihm ein anderer geworden: »Karnickel«, einer, der gelernt hat, sich durchzuschlagen … Wie kostbar uns das Selbstverständliche sein sollte, davon erzählte dann im April die Uraufführung  »Asip und Jenny« (13+) der österreichischen Autorin Angela Schneider. In dem Jugendstück trifft ein vor Krieg und Terror geflüchteter Junge auf ein Mädchen, das bei allem Wohlstand den Boden unter den Füßen verliert. Auch der Theaterjugendclub bezog Stellung: In dem Projekt »flucht nach vorn« entwickelten Potsdamer Jugendliche und unbegleitete jugendliche Flüchtlinge aus den Willkommensklassen des Oberstufenzentrums I Technik Potsdam gemeinsam eine Szenencollage. Bei der Premiere im Mai standen 27 Jugendliche aus Potsdam, Syrien, Afghanistan, Gambia und Mauretanien zusammen auf der Bühne. Das Projekt wurde vor kurzem mit dem »MIXED UP Preis – Ankommen« des Bundesjugendministeriums und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung nominiert.

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Nominiert wurde die Produktion mit Potsdamer und geflüchteten Jugendlichen für den »MIXED UP«-Preis 2016 des Bundesjugendministeriums und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

Die Theaterjugendclub-Produktion »flucht nach vorn« wurde für den »MIXED UP«-Preis 2016 in der Kategorie »Projekte mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen« nominiert. In dem Theaterprojekt, das im Mai Premiere feierte, stehen insgesamt 27 Jugendliche aus Potsdam, Syrien, Afghanistan, Gambia und Mauretanien auf der Bühne. Unter der Leitung der Theaterpädagoginnen Manuela Gerlach und Veronika Zimmer und in Kooperation mit den Willkommensklassen des Oberstufenzentrums I Technik Potsdam erarbeiteten sie gemeinsam eine berührende Szenencollage zum Thema Flucht.

Der »MIXED UP«-Preis ist eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) und zeichnet in acht Kategorien »herausragende Kooperationen von Kultur und Schule« aus.

Erstmalig verliehen wird 2016 der »MIXED UP Preis Ankommen« für eine Kooperation, die mit ihrem Projekt nach Deutschland geflüchteten Kindern und Jugendlichen Gelegenheiten eröffnet, sich mit künstlerischen Mitteln mit der eigenen Situation auseinanderzusetzen, sich auszudrücken und neue Wege der Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen zu erschließen. Neben »flucht nach vorn« sind sieben weitere Projekte in dieser Kategorie nominiert.

»In einer noch fremden Umgebung, in der die sprachliche Verständigung schwerfällt, können künstlerische Ausdrucksformen für junge Menschen Wege der Auseinandersetzung mit dem Unbekannten sein, aber auch mit dem Erlebten, mit ihren Gedanken und Gefühlen. Sie werden als Individuen sicht- und hörbar, mit einer eigenen Geschichte, einer Gegenwart und einer Zukunft. Der künstlerische Prozess ermöglicht es ihnen, Position zu beziehen, unterstützt die Identitätsbildung und fördert soziales Bewusstsein. Dies gilt gleichermaßen für diejenigen, die in Deutschland geboren, zugewandert oder aber dorthin geflohen sind«, heißt es in der Begründung der BKJ.

Zur Produktion

»flucht nach vorn«
Eine Produktion des Jugendclubs HOT in Kooperation mit dem Oberstufenzentrum I Technik Potsdam
Die zahllosen Fluchtschicksale erschütterten im letzten Sommer vor allem auch junge Menschen – Anlass für den Jugendclub, Stellung zu beziehen. Unter der Leitung von Manuela Gerlach und Veronika Zimmer tauschten sich deutsche Jugendliche aus allen sozialen Schichten in einer 1. Projektphase miteinander aus. Sie beobachteten die sich überstürzenden Ereignisse, sammelten Informationen, beschäftigten sich mit den Ursachen, den politischen Statements und den Auswirkungen. Sie suchten nach einer eigenen Haltung. In der 2. Projektphase kamen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus den Willkommensklassen des OSZ I Technik Potsdam hinzu. Eine Kooperation war geboren. Dass die meisten der allein Geflüchteten noch nie im Theater waren, geschweige denn Theater gemacht haben, war fast nebensächlich. Von Beginn an war das Bedürfnis nach Austausch so groß, dass bei allen Schwierigkeiten die kulturellen und sprachlichen Hürden spielend überwunden wurden. Es waren vor allem die Neugier und Offenheit, die diesen Probenprozess auszeichneten. Die Geschichten der Geflüchteten aus Syrien, Afghanistan, Gambia und Mauretanien ließen Entsetzen, Ungläubigkeit, Wut, Hilflosigkeit und immer wieder neue Fragen entstehen. Die Inszenierung – eine Szenencollage – spiegelt die gemeinsame Beschäftigung der 27 Jugendlichen mit dem Thema. Es ist geplant, die Produktion im Herbst 2016 wiederaufzunehmen.

Pressebilder

Zum »MIXED UP Preis«