Am Horizont (9+)
Wenn Janek nicht in der Schule ist, verbringt er die Zeit mit seinem Opa, denn die Mutter ist alleinerziehend und berufstätig. Opa war Leistungsschwimmer und bringt seinem Enkel das Delphinschwimmen bei. Aber Opa verändert sich, und er kennt seine Diagnose: »Immer mehr verschwindet. Manchmal sind es Gegenstände, manchmal Regeln, Verabredungen … Sie verschwinden einfach. Ich kann sie nicht mehr finden. Egal, wo ich suche, sie sind weg. Als gäbe es ein schwarzes Loch, das, sobald ich mich umdrehe, alles verschlingt.«
Zunehmend wird Janek mit der Alzheimer-Erkrankung seines Opas und ihren alltäglichen Auswirkungen konfrontiert. Er will Verantwortung übernehmen und vernachlässigt dabei die Schule. Anna, eine neue Klassenkameradin, wird für ihn in dieser Zeit im gleichen Maße wichtig, wie der Großvater in seiner eigenen Welt versinkt und ihn verlässt.
Sensibel beschreibt die Autorin die Stadien einer Alzheimer-Erkrankung. Weder verharmlost sie die traurige Realität noch vergisst sie die hellen Momente.
Petra Wüllenweber, 1971 in Saarbrücken geboren, arbeitet als freie Regisseurin und Autorin. »Am Horizont« wurde 2009 in Saarbrücken uraufgeführt und erhielt 2010 eine Einladung zu den renommierten Mülheimer Theatertagen.
„Regisseur Jens Heuwinkel zeigt in seiner ersten Bühneninszenierung […] ein feines Gespür für den Wechsel von humorvollen und den traurigen Szenen der Erkenntnis.“
(Potsdamer Neueste Nachrichten)
„Grandios spielt Hanns-Jörn Weber die Veränderungen des Großvaters. Für die jungen Zuschauer versteckt sich der Ernst des Themas in den vielen „unpassenden“, komischen Reaktionen des Großvaters. Dem erwachsenen Zuschauer kann er mitunter Tränen in die Augen treiben.“
(Potsdamer Neueste Nachrichten)
„Behutsamer und dichter lässt sich dieses Stück Leben nicht auf die Bühne bringen. Jens Heuwinkel hat nicht nur alles richtig gemacht, er hat ein in sich ruhendes Bühnenkunstwerk von unaufdringlicher und unangestrengter Poesie geschaffen.“
(Märkische Allgemeine Zeitung)
„Felix Steinhardt (Janek), Nora Weil (Anna) und Hanns-Jörn Weber (Opa) […] schwingen in einem ruhigen Metrum auf einer Wellenlänge und legen nie zu viel Sentimentalität in ihre Stimme.“
(Märkische Allgemeine Zeitung)
„Mutig, mutig, das Thema Alzheimer in einem Theaterstück für die Altersgruppe 9+ zu thematisieren. Das Hans Otto Theater […] hat damit Erfolg.“
(Radio Mensch)
„Humorvoll und sensibel, nie pathetisch oder kitschig.“
(Radio Mensch)
Mitwirkende
- Regie
- › Jens Heuwinkel
- Bühne u. Kostüme
- › Agnes Treplin
- Musik
- › Rita Herzog
- › Felix Steinhardt
› Hanns-Jörn Weber (als Gast)
› Nora Wiel


