Hans Otto

10. August 1900 – 24. November 1933

Hans Otto war einer der interessantesten Schauspieler des deutsch- sprachigen Theaters der 1920er und 1930er Jahre. Er spielte an den Hamburger Kammerspielen, am Bayerischen Staatstheater München und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und schloss künstlerische Bekanntschaft u. a. mit Béla Balász, Elisabeth Bergner und Friedrich Wolf. Unter den Theaterkünstlern seiner Zeit fiel er durch seinen modernen Schauspielstil auf: eine unbedingte Suche nach aufrichtigem Ausdruck und menschlicher Wahrhaftigkeit auf der Bühne. Ansprechbarkeit und Geradheit waren auch seine von den Kollegen und Zeitgenossen jeder Richtung immer wieder beschriebenen Qualitäten als Gewerkschafter und politischer Akteur.
Zuletzt am Preußischen Staatstheater am Gendarmenmarkt in Berlin engagiert, wurde Hans Otto kurz nach der nazistischen Machtergreifung im Februar 1933 entlassen. Angebote aus Zürich, Prag und von den Reinhardt-Bühnen Wien schlug er aus, um in Deutschland zu bleiben. Am 13. November 1933 wurde er von der SA verhaftet und nach neun Tagen Folter aus einem Fenster gestürzt. Elf Tage später erlag er im Berliner Staatskrankenhaus seinen Verletzungen.

Seit Oktober 1952 heißt das vormalige Brandenburgische Landestheater Hans Otto Theater.