Dresden
7./8. Oktober 2017

Der Förderkreis des Hans Otto Theaters hatte zur Theaterfahrt nach Dresden eingeladen und wir waren das erste Mal dabei. Die von unserer Schatzmeisterin – Etta Timm (und ihrem Mann!) – vorzüglich vorbereitete Reise brachte uns am Samstag Abend zunächst eine Aufführung des Musicals von Leonhard Bernstein »Wonderful Town« an der Staatsoperette Dresden. Für mich gehört dieses Musical nicht zu den stärksten von Bernstein – insbesondere vor der Pause litt auch die Dresdner Inszenierung unter den narrativ-dramaturgischen Problemen der Vorlage –, aber unabhängig davon, erlebte ich eine ansehens- und anhörenswerte Inszenierung und zwar wegen der darstellerischen Leistungen, der musikalischen Leitung und des ziemlich genialen Bühnenbildes!
Am Sonntag waren wir im Kulturpalast Dresden in einem Konzert der Dresdner Philharmonie. Unter einer sehr impulsiv wirkenden Leitung von Michael Sanderling präsentierte das vorzügliche Orchester »Die Moldau«, das Konzert für Violoncello und Orchester von Witold Lutoslawski (mit einem hervorragenden Solisten Julian Steckel!) und Beethovens 8. Sinfonie.
Das war schon mehr als beeindruckend, was wir da hören und erleben konnten: auch Dank einer hervorragenden Akustik in diesem Saal. Und damit komme ich zu einem Thema, dass mich – nicht erst seit gestern ! – beschäftigt: Eine selbstbewusste Bürgerschaft in der Stadt Dresden hat es offenbar geschafft, wovon wir in Potsdam nur träumen können: Nämlich die Frauenkirche wieder aufzubauen und die DDR-Architektur des Kulturpalastes zu erhalten, aber auch das ehemalige Kraftwerk Mitte zu einem wirklichen Zentrum von Kunst und Kultur zu entwickeln. Die Implementierung der Staatsoperette und der Musikhochschule in dieses ehemalige Industrieareal ist für mich zumindest ein Meisterwerk: architektonisch und akustisch!

Text: Dieter Wiedemann
Fotos: Elmar Engels, Motive aus der Staatsoperette, dem Kulturpalast mit der Philharmonie und dem ebenfalls besuchten Verkehrsmuseum